Band 
[Zweyter Theil.]
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Brakteaten.

Prachtliebe der Fürsten, kurz für eine Epoche in der Kunst,geschickte Deutschlands, ohngcfähr, wie im 14 rindigenJahrhundert die größer» Medaillen es in Italien waren.Auch äußert er, ob nicht zunächst die unter Kaiser Hein-rich II. aufgekommenen Majcstätssiegel, 'und die seitdemdurchaus größer, prächtiger, in Figuren und Aufschriftenivcttläuftiger gewordenen Siegel die Idee erzeugt habenkönnten, den Landcsfürsten auch auf Münzen in ansehnli-chcrer Gestalt vorzustellen? Die mehren, Attribute seinerWürde, womit man ihn umgab, den Schutzheiligen,ScklrMvoigt u. s-w., die man zugleich mit anbringen wollte,oder die reitenden Figuren, späterhin die Wapenbildcr,wußte man in dem engen Raume eines bisherigen SoliduSnickt anzubringen, daher man die größer« Brakteatenprägte; Versuch über die Brakteaten, insbe-sondere über die Böhmische». Von JosephMader. K. K. Lehrer der Statistik der Karlfer-dinandischcn hohen Schule in Prag. 1797.Da die Münzen in der mittleren Zeit bisweilen alle Jahre,ja noch öfterer eingeschmolzcn wurden, und man hie und dagroße Quantitäten von Brakteaten gefunden bat, so ergiebksich daraus, daß die meisten derselben Kurrcntmünzen wa-ren; doch muß man diejenigen Brakteaten für Arten vonDenkmünzen hallen, die sich durch Größe, Schönheit undSeltenheit auszeichnen, besonders wenn sie durch die Auf»schriften ihrer Natur nach dafür erklärt werden. Da aberan Silber und umlaufendem Gelde ohnehin kein Ucberflußwar, so prägte man solche Schaustücke nach dem gewöhnt«chcn Münzfüße, damit man sie nach Bedürfniß auch ausK-bcn konnte. Goldene Brakteaten hatte man im 12 undJahrhundert noch nicht. In Italien. Frankreich, Spa-nien, Ungar», der Schweiz, Dannemark, Schweden mdEngland gab es keine große Brakteaten- In Deutschlendselbst blieben der Ober - und Nicdcrsachsische Kreis ihrHauptsitz; doch wurden auch in Hessen, in Fulda, in cini-gen Gegenden des Fränkischen Kreises, in Korvcy u. s w.

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