Band 
[Zweyter Theil.]
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Brandewein.

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„Wer würde es geglaubt haben, daß man aus dem Wein,durch chymische Proceduren, einen Liquor ziehen könnte,der weder die Farbe des Weins, »och seine gewöhnlicheWirkung hat? Dieses Wcinwassr wird von einigen Lebens»wasser genannt, und dieses mit Recht, weil es wirklich einWasser der Unsterblichkeit ist. Es verlängert die Lebensta-ze, zerstreut die überflüssigen Säfte, stärkt das Herz undunterhalt die Jugend- Sowohl allein, als in Verbindungmit andern Arzneyen, heilt es die Kolik, Wassersucht undGicht, auch schmelzt es den Stein u. s. w."; s. Versucheiner Kulturzeschichtc von den ältesten bis zuden neuesten Zeiten. Frankfurt und Leipzig.»798. S- 20- 2i- Auch Raymund Lullius oderLullus, der i2;i zu PaIma in Majorka geboren wurde,und izza noch lebte, kanutc den Weingeist, den er untermancherley Namen anführt, und von ihm sagt: elt conlo-Istio ulti'ma corporis human,' ; er kannte die Reinigung des-selben durch wiederholtes Ucberzichen, und bereitete damitaus stark riechenden und gewürzhaftc» Gewächsstoffen aller-ley Essenzen; Gmclin's Gcsch. dcr Chcinie I. S. 77.Raymund Lullius war selbst aus der Absicht, dieSaracenen zu bekehren, dreymal in Afrika gewesen, wo erschon die Bereitung des Brandcwcins von den Arabern ler-nen konnte, wenn er auch ihre Schriften nicht hätte benu-tzen können; auch scinLehrcr Arnold Bachuone konnteihn in der Bereitung des Brandcweins unterrichtet haben.Indessen ist weder Arnold Bachuone, noch Ray-mund L u l l i u s, der erste Erfinder des Brandcweins, wiesich aus dem Vorhergehenden crgiebt. Nach der Erzählungdes Alexander Tassoni 1676.

S. ZI7-) waren die Modenescc, welche den Brandeweinvon den Arabern kennen gelernt hatten, unter allen Euro-päern die ersten, die zur Zeit einer ergiebigen Weinlese Bran-rewein machten, und damit zu Anfange des >4tcn Jahr-hunderts ins südliche Deutschland handelten, wo man ihn«rst nur als Medicin, besonders gegen Pest und ansteckende

Krank-