Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
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Drille.

Die Griechen und Römer kannten die Brillen nicht.Seneka /. 6.) führt zwar an, daß

eine mit Wasser gefüllte Glaskugel die Buchstaben vcrgröße-re, er setzt aber die Ursache hinzu: guia scies noltr» in l>u-rniclo lübitun, ncc aggrebenclere, gvoll vult, keieliter got-clt woraus man die damalige Unwissenheit in der Theorieder Brechung und die Unbckannkschaft mir der Sache selbstdeutlich erkennen kann. Man findet auch nirgends, daßdergleichen Kugeln zur Erleichterung des Gehens angewandtmorden waren. Die eiste deutliche Meldung der Vergröße-rung durch Gläser kommt in der Optik des Arabers Alha-zen p'k/. Ii8 vor, der im cilften Jabrhundertlebte, wo gesagt wird, daß eine Sache, an die Ebene dcSgrößer» Segments einer Glaskugel gehalten, vergrößert er-scheine. Rogec Bacon, der >284 starb, redet in sei-nem Opus mafiis ziemlich weitläufig davon, daß der kleinereAbschnitt einer Kugel von Glas (d. i. eine planconvexe Linse)auf Buchstaben gelegt, dieselben deutlicher und größer ma-che; allem seine Erklärungen davon beruhen auf scholasti-schen Distinctionen und schwankenden Vorstellungen. Ma»findet vte ganze Stelle in Smicb'ö vollständigemL, vcbegr 1 ff der Optik, durch Käst 11 er. S. Z78,wo zugleich aus Bacvn's Fehlschlüssen sehr wahrschein-lich gemacht wird, daß er nicht nach Versuchen geschrie-ben habe. Die Stellen des Alkazen und Bacon ha-ben vielleicht zur E-findung der Brillen Anlaß geben können,wozu von Bacvn's kleinerm Kugclsegmcnt nur »och derleichte Schritt übrig war, das Glas nicht auf den Gegen-stand aufzulegen, sondern ein wenig von demselben zu ent-fernen und näher an das Auge zu halten. Diese Erfindung«,r !.n letzten Drittel deS izten IahrbunderkS bekannt ge-worden. Smith a. a. O. S. Z77- führt darüber einigeunwidersprechlichc Zeugnisse an, nach welchen er die Zeit derEntdeckung der Brillen (ooc-liiali) zwischen 1280 und iznsetzt. In der Kirche Maria Magaiore zu Floren; befandsich srnst eine Grabschrift eines fioreimiilsche» Edelmanns,

Sal-