Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
369
JPEG-Download
 

Buchstaben. z6^

Trithemius sagt: Hichus ein Franke, der mit Mar-k-m eyer» von dcn Scyrhlschen Grenze» an den Rhein ge-kommen sey, habe im fünften Jahrhundert vor Christi Ge-burt einige Charaktercs erfunden, deren sich Pharamund,der 2Zte König nach Markmeyern. im vierten Jahv»hundert bediente, als er Gallien eingenommen hatte; Fa-hr icii allgem. Hist. der Geiebrs. 1752 B- 2. S.547. Auch will man aus den Briefen zweyer deutsch««Fürsten an den Kayser TiberiuS, welche man in ss^rcL.

p. 262. findet, schließen, daß dieDeutschen schon ln dem ersten Jahrhundert nach Ch. Geb.die Buchstaben gekannt hätten ; es könnte aber auch sey«,daß diese deutsche» Fürsten ihre Briefe durch Hülfe einrKgeben neu Römei S, der in ihren Diensten stand, oder eineSPriesters schreiben ließen, und daß also höchstens nur diePriester der Deutschen die Schreibekunst verstanden; wenig-stens war die Schreibekunst unter dcn Deutschen damalsdoch nicht gemein , und wurde eS auch nicht vor dem 4tenJahrhundert; 6e^?/r. cu/,. r'

1. e-a/>. 2./-uF. Erst im Jahr er-an Ulphilas,Ä ulfilas oder Wolf, ein Kaopadocicc u»d- '< ischof'ier Möso- Eorhcii, eine Biichstahen-chrift für die Gorhen,iämlich die sogenannten gothischen Buchstaben, welche zug eichdie ältelke deutsche Buchstabenschrift sind, die UlphilaS aus demAlphabet der benachbarlcnGriechen enlielmt hatte, Meusclsieirf. zurHist. der Gelehrs 2. Abih. S. 56;. Manlak es bezweifeln wollen, ob die vsm Ulph'ias gebranchreNBuchstabe» , fi> wie auch seine Uebel sttzunq des neuen 5 e-famentö, von welcher »och Fragment« vorhanden und f.Libcl), wirklich -wlhisch waren; neuerlich ist «s aberdicch eine von Sabbariiit bekannt gemacht« Urkunde,täiulich durch Quittungen in gothischer Spräche, die ctttoigothischer Priester an der Kirche St. Anastssia in Rg-vnna , Nauiens Us'tahari ausgestellt hat, enrschi«.dn worden , daß die Sprach« und Buchstaben beym U l-chilas wirklich gothisch sind. Man findet dies« meiste

BHandb- d. Erst 2. LH- 2. Abrd- B a rvür-