Lotterie.
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ketten auszutheilen, welche conxi-iria genannt wurden.Gemeiniglich wurde» Zeiche» oder Anweisungen ausgegeben,welche tesserae» hieße», auf deren Vorzeigung
die Inhaber aus dem Magazine des Gebers dasjenige er»hielten, worauf die Anweisungen lauteten. Aber mit derZeit ward es gebräuchlich, Sachen, welche man vertheilenoder verschenken wollte, dem zusammengerufenen Volke voneiner Bühne zuzuwerfen. Solche Sachen hießen alsdannmi88ilia, und gehörten demjenigen, welcher sie zu erhäschenLas Glück hatte. Weil jedoch Oel, Wein, Getreide unddergl. sich nicht auswerfen ließen, auch andere Stücke ge-meiniglich von dem gierigen Volke so sehr vernichtet wurden,daß sie keinem nutzen konnten, so warf man nur Zeichen oderAnweisungen weg, welche anfänglich vicrcckigte Täfelchenvon Holz oder Metall, zuweilen auch wohl hölzerne Kugelnwaren, worauf das, was der Vorzeign darauf aus demMagazine erhalten sollte, geschrieben war. Nachahmungendieser römischen Congiarien haben auch Fürsten und Fürstin-nen in neuern Zeiten angewendet, um sich durch Vcrtheilungkleiner Geschenke an ihre Hoflcute zu vergnügen. Zu dieserAbsicht wurden allerley Gegenstände dcS Luxus mit Zahlenbezeichnet; eben diese Zahlen wurden auf einzelne Zettel ge-schrieben, weiche zusammengerollet in ein Körbchen oder eineSchale gethan wurden, woraus jeder elns heraus nahm undalsdann das Stück zum Geschenk erhielt, dessen Nummerdas ergriffene Zettelchen angab. Diese kleinen Congiarienhießen ehemals GlnckStöpfe, Glückshäven (s.Glückshaven), mit der Zeit aber auch Lotterien,und wirklich sind auch die eigentliche» Lotterien aus jenenentstanden.
Schon im mittlern Zeitalter bedienten sich die Kaufleutein Italien einer solchen Anstalt, um ihre Waaren schnellund vortheilhaft zu verkaufen; sie verwandelten ihren Ladenhin eine Glücksbude, wo jeder gegen einen geringen Einsaßeine Nummer aus dem Glückstopfe ziehen, und die damit
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