Band 
Achter Theil, die Buchstaben L und M enthaltend.
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lottcrie.

bezeichnete Waare gewinnen konnte. Hieraus entstandenunsere Lotterien, als man zu den Gewinne» nicht nubrWaaren nahm, sondern aus der Summe der Einsätze, nachAbzug der Kosten und des Vortheils, welchen sich der Un-ternehmer anrechnete, größere und kleinere Geldgewinnemachte, und die Loose öffentlich von Waisenknaben mit ver-bundenen Augen ziehen ließ.

Darchi, welcher ums Jahr ls;7 schrieb, erzählt, daßzu Florenz im Jahre 15;«, beym größten Geldmangel,«ine Lotterie zum Besten des Staats errichtet worden ist,wobey der Einsatz ein Ducaten gewesen sey. Er brauchtaber das Wort Lotterie noch nicht, sondern nennt rrn lotto»und ein Lottcriezcttel poIiL2n, welches Wort noch bey demAssekuranz Wesen allgemein üblich ist. Le Brct meldetzw-c. daß in Venedig im Jahr 1572 den provestitorl6el eommrrne die Aufsicht über die Lotterien übertragenworden ist, aber da er den Geschichtschreiber, von dem diesaufgezeichnet ist, nicht angegeben hat, so kann man nichtwisse», welches Wort er durch Lotterie übersetzt hat. In-zwischen erkennt man aus dieser Nackricht, daß diese Spielein Venedig schon in der Mitte des sechszchnten Jahrhundertsunter obrigkeitlicher Aufsicht gestanden haben. Gewiß ist,daß diejenige» Glücksspiele, ausweichen die Lotterien ent-standen sind, aus Italien nach Frankreich gekom-men sind und zwar unter dem Namen blnn^ue, welcheraus dem Italienischen binnen gemacht ist. Nämlich dieMeisten Loose, welche gezogen wurden, waren allemal lee-res, weißes Papier, curtn bianca, also Nieten, undweil deswegen dieses Wort bey der Ziehung am öftersten ge-nannt wurde, so entstand daraus die allgemeine Benennung.Als Pasquiec schrieb, das ist, in der letzten Hälfte dessechzehnten Jahrhunderts, war auch der Name rrumerogebräuchlich, weil die Numimcn der Zettel, welche damalsäevises hießen, bey der Ziehung abgerufen wurden. Die-ser Name statt nornbrs bekräftigt den italienischen Ursprung.

Auch