Band 
Achter Theil, die Buchstaben L und M enthaltend.
Seite
199
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Lotterie-.

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Auch in Frankreich hatten die ersten blancjuez keine an-dern Gewinne als Waaren, und wurden deswegen nur vonKaufleuten unterhalte». Aber schon Franz I. versuchtesie ini Jahr iszy zu seinem Nutzen anzuwenden, und zwarnach der damals bereits zu Dcnedig, Florcn; und G e-nun gebräuchlichen öffentlichen Einrichtung. Er erlaubtediese Glücksspiele unter Aufsicht obrigkeiilichcr Personen,mit der Bedingung, daß von jedem Einsätze, nn teston ckkckixs»l 8 8 ix ckei>ier 5 , dem Könige abgegeben werden sollte.Im Jahre »572 und 1588 errichtete Louis de Gon-zague, Herzog von Nivcmois und Relhelois, eine lalnnHusin Paris zur Ausstattung armer, kluger Mädchen von seinenGütern. Daß aus diesen Glücksspielen die eigentlichen Lot-terien erst in der Mitte des sicbenzchnten Jahrhundertsgeworden sind, bezeugen alle französischen Geschichtschreiber,welche diesen Gegenstand berührt haben, cinmülhig, ob-gleich sie in einigen Nebenumständen von einander abweichen.Im Jahre 1644 kam Laurcnt. Tonn aus Neapelnach Paris, und schlug bey dem damals herrschenden Geld-mangel diejenige Art von Leibrenten oder Annuitäten vor,welche noch jetzt nach ihm Tvntine genannt wird, ob si«gleich lange vor ihm in Italien gebräuchlich gewesen ist.Aber nachdem über seinen Vorschlag lange gestritten war,und er dennoch verworfen wurde, so gab er stakt dessen einenneuen Plan zu einer groß.-n Llsn^ue an, welche 1656 diekönigliche Mrwilligung erhielt. Aber diese Llsn^rre ro^ule,so ward sie genannt, ward nicht vollzählig, also auch nichtgezogen.

Erst im Jahre 1660, als das Friedensfest und die Ver-mählung Ludwigs XIV. gefeyert ward, kam die ersteLotterie, fast ganz im Plane des Tonti, in Paris zuStande. Sie ward öffentlich unter Aufsicht der P?!!'ry ge-zogen. Nun wurden 1661 alle Privatlotterien bey hoherStraft veiboten. Seit dieser Feit gab es in Frankreichkeine anderi Lotterien, als die loreiües ro^ules, deren

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