Band 
Achter Theil, die Buchstaben L und M enthaltend.
Seite
202
JPEG-Download
 

202

Lotto.

Teufel hätte ihn und seinen Namen, zur Strafe für dieseunglückliche Erfindung, geholt- Aber als endlich einmal dasGlücksrad ausgebessert werden mußte, fand man, daß derName in demselben nicht fehle, aber zufällig nicht gezogenworden sey. Labat Reisen nach Spanien undWelsch land. Franks, u. Lcipz. 1759. 8- II. S. 96.Volkmann Nachrichten von Italien. III. G.8Z9. Man sieht leicht, wie hier aus durch Einführung derNummern, statt der Namen der wählbaren Nobili, jenesGlücksspiel gebildet werden konnte. Inzwischen blieb es denGenuesern bis zum zweiten Viertel deS i8ten Jahrhundertseigen; weil aber alle Reisende von diesem Lotto di Genuaredeten, und viele dabey ihr Glück zu versuchen wünschten,so bestellten die Genueser, zu ihrem eigenen Vortheil, inmanchen großen Städten Commissäcs, welche den Einsatzcinnehinm und die Gewinne auszahlen mußten.

Pabst Clemens XII., welcher 1740 starb, ließ einLotto in Rom errichten. Seit dieser Zeit wurde die Erlaub-niß dazu immer wieder auf neun Jahr erneuert. Grell-Manns Staats. Anzeigen von Italien. I. r.S. 20.

Viel später kam das Lotto nach Deutschland. Am 2itenOrt. 1752 wurde es zum erstenmal in Wien gezogen undverbreitete sich nachher in andere Städte. NürnbergerHandl. Zeit. 1799- n. St. S. 171. Erst den zitcnAugust 176z ward in Berlin die erste Zahlenlottcrie, nachAngabe des Ioh. Ant. Kalzabigi, welcher sich schonin Italien durch mancherley Projecte bekannt gemacht hatteund zum Preußischen Geh. Finanz - und Commercicnrachernannt war, in Gegenwart des Commandanten und desStadtpräsidcntcn, in der Wilhelmsstraße gezogen. Ver-such einer histor. Schilderung derStadt Ber-lin. V. l. S. 257. Im Jahre 1769 ward sie in denFürstenthümern Ansbach und Bayreuth errichtet, wosie bis zum Jahr 1788 gedauert hat. Im Jahr 1774 kam

einer