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Mahlzeiten.
nur, etwas des Vormittags zu sich zu nehmen. — Nachund nach wurde das Mllkagsessen eingeführt. Im i4tenJahrhundert spcißte man um zehn, und ein Jahrhundert spä-ter um eiif Uhr zu Mittage, ein Gebrauch, der sich noch inden Klöstern und auf dem Lande ehielt. Im sechzehntenund im Anfange des l7kcu Jahrhunderts wurde um 12 Uhrin den besten Häusern gegessen, selbst Ludwig XlV.hielt beständig um diese Zeit Mittag. Da dieses die Cour-zeit war, so mußten die Hoflcute später essen. Im Anfan-ge des i8ten Jahrhunderts war l Uhr die Mittagsstundeder feinen Welt und in den gemeinen Bürgerhäusern aß manüm 12 Uhr. Gegen die Mitte desselben Jahrh, war 2 Uhrdie späteste Mittagszeit in PariS; jetzt ist es schon ; und4 Uhr. DaS Abendessen ist diesen Abstufungen gefolgt;man hat um fünf, sechs, sieben, acht und neun Uhr gegcs.sen, jetzt wird aber selten vor ic» Uhr zu Tischt gegangen.
Die Gewohnheit, bey Tische Gesundheiten zu trinken,war bey den Römern eine gottesdienstlichc Ceremonie, undbey den ersten Christen eine Art von Ehrfurcht, die mangegen Todte und für Heilige hatte. Die Gewohnheit, tu-stig aufs Wohl der Anwesenden bey Tafel zu trinken, kamdurch die nordischen Völker nach Frankreich.
Die Kunst, bey der Tafel mit Fertigkeit vorzuschnei-den, gab zu dem alten Posten eines Groß - VorschneiberSGelegenheit, der einer der großen Kroiibeamtcn war. Ue-berdics war es eine Ehre, Königen vorzuschneiden, die sehrbegierig bey Gastmählern gesucht wurde.
Oft wurden eie Mahlzeiten durch Zeitvertreibe undSchauspiele mancher Art unterbrochen; gewöhnlich warenes Pantomimen und Gaukelspiele. Man hielt es für sonothwciidig, sich während deö CsscnS mit etwas anderm zubeschäftigen, daß in den Speisezimmern der Mönche, beyden Tafeln der Prälaten, ja selbst bey den Tafelnder Könige, Karls des Großen und Ludwig desHeiligen, beständig erbauliche und lehrreiche Bücher
vorge-