4oo
Malerkunst.
Herr Broulard hat eine Vorrichtung angegeben,wodurch dir Farbenceiber vor den nachteiligen Wirkungenihrer Arbeit gesichert werden. Lichten bergs Journalfür das neueste rc. fortgesetzt von Doigt. VII.Bd. z. St. 1791. Gocha.
Herr vonLauterburg, der 1740 zu StraSburggeboren wurde, erfand erstlich eine und. kannte Art, dieFarben zu bereiten und zu mischen, wodurch sie zugleichdauerhafter und lebhafter wurden, indem das eine Jngce«dien; derselben nie die Wirkung deö andern zerstörte; fernererfand er Gemälde, die ein Werk des Malers und Mecha-nikers zugleich sind, indem er darin mir der ohnehin käu»schendcn Aehnlichkeit der Gegenstände auch noch die Bewe-gung verband. Der König von England ertheilte ihm des-wegen am raten Nov. 1781 ein Diplom, worin er zumMikgiiede der königlichen Akademie der Künste aufgenommenwurde. Seine Erfindung besteht in der feinen Behandlungund Verbindung cizelner Stücke Leinwand, die alle zur Dar-stellung eines einzigen Ganzen zusammenwirken. Ein ge-wöhnliches Gemälde stellt feinen Gegenstand nur auS ei-nem Gesichtspunkte, nur aus einem Augenblicke derFeit dar, sein Gemälde aber, dem er im Jahr 1787 denNamen Erdiophysikon d. t. Naturdarstellunggab, zeigt vermittelst dieser glücklichen Verbindung einzelnerStücke, die schönsten Uebcrgänge und ahmt so die allmäli-gen Wirkungen der Natur in ihren frappantesten Auftrittennach.. Kurz, er bringt durch seine bewegliche Leinwand au-ßerordentliche Wirkungen in der Darstellung der Naiuc her-vor. In alkn Bewegungen herrscht eine Harmonie, diedie Täuschung vollkommen macht, kein Uebergang ist hart,unregelmäßig oder schnell, alle Fortschritte sind gleichmäßig,alle haben die Langsamkeit und Uebereinstimmung der Ope-rationen , die sie nachahmen. Zum Beyspiel führe ich nureine Scene an, die einen Seehafen in Italien vorstellt.Die Farbe des Himmels ^cigt, daß es ein Nachtstück sey;
iu