Malcrschule. 411
bardischen Schule entstand die neue römische Schule.Aulon Raphael Mcngs, geb. zu Dresden 1729,der 1754 Direktor der »euangelegten Akademie im Kopi-lot zu Rom wurde, und Pompeo Taltoni, die bey-de vor nicht gar langer Zeit (1779) erst gestorben sind,waren die Wiederherstellet der römischen Schule. Sup-plemente zu VoilbcdingS Archiv rc. Leipzig,1795. S. IZO. Sulzec Theorie der schönenKünste. Th. IV. S. rv9. lio.
z) Die Lombardische oder Bolognesische Schule bil-dete nach dem großen G-schmacke des Alterthums, unddem natürlichen Schönen gemäß: ihre Umrisse warenfließend, der Schmelz ihrer Farben sehr natürlich, ihrAusdruck schön, ihr Pinsel markicht und ihre Werkeüberhaupt voll Annehmlichkeit und Adel.
Der Stifter dieser Schule, die ihren Sitz zu Bo-logna hatte, war Franciskus Raibolini, genanntArancia, der 1450 zu Bologna gebore» wurde, undum i5Zv starb; aber der größte Meister derselben warLlnto» Allegrt, geb. 1457, nach andern »494, Pl5Z4, der auch von seiner Vaterstadt Correggio ge-nannt wurde. Ihn schuf die Natur zum Maler, undohne die Antiken zu kennen, ohne die Gemälde Rapha«cls, Titians oder Sartos gesehen zu haben, er«langte er den höchsten Grad der Mal.rey. Sein Coloritwar bezaubernd und sein Pinsel markicht, mnst. SeineGemälde, die er fast um nichts weggab, sind sehr seltenund werden sehr theuer bezahlt. Berühmt sind nochFranzefco Mazzola, genannt il Parmigianino,die drey Caraccio's, nämlich Ludwig Caraccio,geb. zu Bologna i;;;, ^ 1619. Augustin Carac-cio, ein Better des vorigen, geb. zu Bologna 1547,P 1602, und dessen Bruder, Hannibal Caraccio,geb. zu Bologna 1562, f 1609, welche die Häupter ei-ner besondern Schule wurden, nämlich der Caracci-
schen