Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
115
JPEG-Download
 

Säulenordnung.

"5

vierten Rang, welche die teutsche Ordnung dem Rangenach für die sechste halten. Bey der römischen Ord-nung ist der Schaft gerippt und das Kapital hat zweyReihen Blätter und acht Schnecken. Man sieht leicht, daßdieses Kapital aus der ionischen und corinthischcn Ord-nung zusammengesetzt ist; die zwey Reihen Blattersind von der cvrinthischen, aber die acht Schnecken,nebst den darüber befindlichen Gliedern, von der ioni-schen Ordnung entlehnt. "

Schon Ctcsipbon und sein Sohn Metageneshatten eine Abhandlung von den ionischen EbenmaaßendesDiancntcmpels znEphcsus geschrieben; aber nach Er-findung aller fünf Ordnungen siengen die Griechen an,auch das Saulcngestelle einzurichten, und machten ausden fünf verschiedenen Arten, Säulen zu stellen, auchfünferley Arten von Gebäuden. Ein Gebäude nachder fünften Art wurde für das vollkommenste gehalten,weil die Säulen dabey in einer wohl eingerichtetenWeite, das ist, zwey Durchmesser der Säulen und einViertel weit, von einander standen. Dieses neue zier-liche Verhältniß für die Säulenweiten und die einfa-chere Anordnung für die Tempelhallen war, wie Bi-truv berichtet, eine Erfindung des Herwogenesvon Alabanda, die er nach dem Ende des pcloponnesi-schen KriegS machte. ^

Der Franzos Philibcrt De Lorme aus Lion,der 1577 starb, erfand Säulen von großer Schönbcitund Bequemlichkeit, womit er den Pallast der Tui-lerien schmückte. ^ Nachher setzte der König vonFrankreich, Ludwig XIV., eine ansehnliche Belohnungauf die Erfindung der sechsten Säulenordnung, wes-wegen auch Madcweiß Versuche anstellte; aber Leon-hard Christoph Sturm war glücklicher hierin, underfand die sechste Säulenordnung, der man den viertenoder auch den sechsten Rang in Rücksicht der Schön-

H 2 heit