Saitenharmonika. Saitenharmonika. 121
Lh. S. 401. 402. unter knre. 4. /r-'-t. Orlx. 111. 21.
S. Handbuch der Erfind. III. 2H. S. 402.
Saitenharmonika ist ein gemeiner aber sehr vollkom-mener Fortepiano-Flügel, bey welchem eine ganz be-sondere Art von Klang angebracht ist, der dem Gan-zen unbeschreibliche Nuancen giebt, indem man durch«ine kleine Bewegung den Ton aus der größten Starkein ein völliges Absterben bringen kann, so daß sich dieHarmonie verliert wie Tusche aus dem Pinsel einesgeschickten Zeichners auf dem Papiere. Der Ton die-ses Instruments hat sehr viel Achnlichcs mit der Har-monika, daher man es Saiten - Harmonika genannthat. Der Erfinder dieses Instruments ist Herr Jo-hann Andreas Stein, der diele Erfindung 178zzu Augsburg-bekannt machte, und sie bis 1789 schonsehr verbessert hatte.
Saitenharmonika, so pflegt man auch die Aevls - Harfeoder dasjenige Saiteninstrument zu nennen, welches,wenn es dem Winde ausgesetzt wird, von selbst zutönen anfängt. Die älteste Spur davon will man imTalmud (Berac. Fol. 6 .) finden, wo gesagt wird, daßDavids Harfe um Mitternacht, wenn der Nordwindsie berührte, geklungen habe. Für den Erfinder derAeols - Harfe wird Kircher gehalten, der in seinerkl>cm»rsm S. 148- davon handelt. In England hatdieses Instrument seine Wiederherstellung dem DichterPope zu danken. Als dieser den Homer übersetzte,und öfters den Eustathius nachschlug, fand er in diesemeine Stelle, wo gesagt wird, daß der Wind, wenner auf gespannte Saiten stieße, harmonische Tone her-vorbringe. Diese Idee wurde dem Schottländer 2 s-wald, einem Virtuosen auf dem Violoncello und ge-schickten Komponisten im schottischen Styl, mitgetheilt,welcher sogleich Versuche darüber anstellte. Er bezogeine alte Laute und setzte sie dem Winde in allen mög-lichen