Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
139
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Sattel.

Indessen findet man doch Beweise, daß der Sattel umdie Mitte des vierten Jahrhunderts erfunden gewesen seynmuß. Auf Mantfaucons Zeichnungen der Säuledes Theodosius des Großen erkennt man einen Sattel-knopf und den Rand deS Sattclbaums. ? Auch verord-nete der Karsscr Theodosius imJahrZ85, daß der,welcher Postpferde haben wollte, keinen Sattel, derüber 60 Pfund wog, auflegen durfte. 8 Irr dieserVerordnung kommt bereits das Wort Lella vor. AuchKayser Leo gab ein Gesetz, worin der heutigen Sat-tel ganz eigentlich gedacht wird. Sidonius Apol-linaris (geb. um 4Z0 gest. 489) gedenkt in einerseiner Schriften der Lellue egueliris et relnpitt>,tol-liirlkiilci-orlim, welche Worte die Achnlichkeit mit unsernSatteln deutlich bezeichnen; wenn aber Lipsius dar-aus schließt, daß die Sattel erst zurZeit des SidoniusApollinaris erfunden worden wären, so irrt er,weil bereits ältere Zeugnisse vom Daseyn der Sattel an-geführt worden sind.

Im Jahr izgo fiengen die Damen an, auf Quecr-sätteln zu reiten. Anna von Lurenburg, Gemah-lin Richards I!., führte dieses in England ein, weil siediese Art zu reiten für anständiger hielt.

Herr Navarre, Sattler in Paris, hat einen Sat-tel erfunden, an dem die Sattelbogen an beyden Seitenund Enden beweglich, also für alle Pferde geschickt sindund solche nicht drücken, weil der Sattel der Bewegungdes Reiters und des Pferdes nachgiebt. Die Schnalle,welche die Steigbügel trägt, ist so angebracht, daß ver-mittelst eines kleinen Riegels, der sich leicht öffnen läßt,der Bügel zur Erde fällt, wodurch der Gefahr vorgebeugtwird, im Bügel hängen zu bleiben oder geschleift zu wer-den. Diese Erfindung wurde 1778 bekannt gemacht. »

1. VII. c. 56. 2. BeckmannS Beyrräge zur

Geschichte der Erfindungen 17S0. 3, B. I. St. S. 100. Ivl.

z. X'e-