Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
149
JPEG-Download
 

Schachspiel.

149

ungeschickt in eine Königin, den Elephanten ineinen Thurm oder Ca stell, zur Sicherheit des Kö-niges, und den Lauser in einen Narren verwan-delten, weil damals die Hofnarren immer zunächst um.die Könige waren. Die ersten abendländischen Schrift-steller, die des Schachspiels gedenken, sind die Verfasserder teutschen poetischen Nitterromane von der Tafelrun-de, zu deren Zeit das Schachspiel an den Höfen der Gro-ßen bekannt war. " Zwischen Braunschweig und Hal-derstadt liegt ein Dorf, Stropke oder Ströpko, wo dieBauern von jeher gute Schachspieler waren.

Unter den Griechen ist die berühmte , Prinzessin AnnaComnena, die um 1148 schrieb, die Erste, die deSSchachspiels unter dem Namen Zatrikion, als esneSSpiels, das von den Persern zu den Griechen kam, Er-wähnung thut. " Dieses Wort hat Ähnlichkeit mitSchatrenscha.

Im Jahr 1240 wurde auf der Synode zu Worcesteedas Königs- und Königinnenspiel verboten, welcheswohl nicht vom Kartenspiel, wie Hu Fresne ^ will,sondern um so viel mehr vom Schachspiel zu verstehen ist,da es schon zu den Zeiten Wilhelms des Eroberers inEngland bekannt war.

Daß Karl der Große schon Schach gespielt habe,kann nicht erwiesen werden, denn aus den bisher ange-führten Zeugnissen erhellet, daß das elfenbeinerne Schach-spiel mit arabischen Buchstaben, welches man zu St. De-nis aufbewahrt, nicht Karl dem Großen gehört habenkann, und daß der baierische Prinz an Pipins Hofenicht mit einem Schachbrcte, sondern mit einem Damen-brete erschlagen wurde. ^

Man hat es auch nicht daran fehlen lassen, an demSchachspiele mancherley Veränderungen zu versuchen.Ta Merlan hat bald ein rundes, bald ein längliches

Schach-