r6z Schauspiel.
lung verfertigtes Gedicht, Das Drama k>at sich inverschiedene Gattungen getheilt, die Oper, das Trauer»spiel, die Komödie und das Schmcrspicl, wovon jedewieder ihre eignen Mittelartcn hat. Hier wird Haupt»sachlich auf das Trauerspiel und auf die KomödieRücksicht genommen, denn von der Oper ist in einembesondern Artikel gehandelt worden, und den Ursprungdes Schäferspiels findet man unter dem Worte Hir-tengedicht,
Vom Trauerspiel.
Daß die Jlias des Homer zur Erfindung desTrauerspiels und seine Odyssee zur Erfindung des Lust-spiels Gelegenheit gegeben habe, ist wohl nur ein blo-ßes Kompliment, daß man dem Homer macht.
Das Drama verschafft den Vortheil, daß man dielebhaftesten Austritte des menschlichen Lebens beobach-ten kann, und da dieses für jeden Menschen anziehendgenug ist, so laßt sich vermuthen, daß das Drama inseiner ersten rohen Gestalt beynahe so alt, als jede an-dere Dichtungsart ist. Indessen läßt sich keine Hand-lung ohne Personen, welche solche vorstellen, gedenken;es mußten also erst Menschen zu irgend einem Zweckbey einander versammelt seyn, ehe sie solche vorstellenkonnten ; da nun religiöse Feste immer die älteste Ver-anlassung zu Volksversammlungen waren, so ist eSsehr begreiflich, wie religiöse Feste zum Drama dieVeranlassung gegeben haben, und wie also auch dasDrama bey ollen Völkern, mehr oder weniger, anfäng-lich eine religiöse Feyerlichkeit und der Stoff dazu auSreligiösen Begebenheiten gewählt war. Wirklich fintdct man auch, daß noch ganz rohe Völker bey feyer-lichen Versammlungen leidenschaftliche Scenen in Nach-ahmungen vorstellten, woraus hernach, da die Dicht-kunst durch Menschen von einem glücklichen Genie aus-
ge-