Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
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171
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Schauspiel.

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Gewöhnlich halt man den Thespis für den Er»sinder des Trauerspiels; aber Plato versichert in demGespräche Mönos, daß die ersten Versuche des Trauer»spiels weit über die Zeiten des Thespis hinausge-hen, b Doch ist Thespis der Erste, den man mitNamen nennen kann, der einen Trupp Menschen an-führte, mit denen er in Attika von einem Flecken zudem andern zog, und von ihnen bald Lieder zum Lobedes Bacchus absingen, bald Satyrcn auf Leute, dieAemter bekleideten, aufführen ließ. Thespis wirdvon Einigen in die 6lste Olump. gesetzt, nach Andernlebte er Z90 Jahre vor Ehristi Geburt, also um dasJahr der Welt ZZYZ; darin sind alle einig, daß ergleichzeitig mit dem Solon lebte, der ihm einmaldas Spielen untersagte. ? Das Theater, worauf erseine Stücke aufführen ließ, war beweglich und standauf einem Karren oder Wagen. Seine Akteurs wa-ren in Thierhaute eingehüllte Atheniciisische Landleute,die, statt der Schminke, das Gesicht , mit Weinhefenbeschmierten. ^ Damals bekam derjenige Dichter,der die besten Lieder zum Lobe des Bacchus machte,«inen Bock zum Preise; Einige wollen von dieser Ge-wohnheit die Benennung Tragödie herleiten.

Man vermuthet, daß die eigentlichen Trauerspiele beyGelegenheit feyerlicher Begräbnisse ausgekommen seynmögen, " welches dadurch wahrscheinlich wird, daßCimon, als er die Gebeine des Tbeseus wiedernach Athen gebracht hatte, hierdurch Gelegenheit gab,daß die Athenienser unter den Dichtern der Trauer-spiele einen gelehrten Wettstreit einführten. Anstattdes Bocks bekam der Ueberwinder jetzt eine ansehnlicheDergeltung und eine Krone, die oft dem Aeschylutzuerkannt wurde. "

Die erste wichtige Epoche der griechischen Trauer-spiele fallt in die 50 Jahre, die auf den Feldzug deS

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