l84
Schauspiel.
Olymp, oder 400 Jahr vor C- G., zu der Zeit, woAthen unter dem Joch der zo Tyrannen scufzete.
, Nicht das Volk, wie Einige glauben, sondern die goTyrannen fanden die Satyre der alteren Komödie an-stößig, und schrankten sie durch ein Gesetz ein, welchesverbot, die Namen lebender Menschen auf die Bühnezu bringen. Aus diesem Gesetz der aristokratische»Regierungsform entsprang die mittlere Komödie. Ver-möge dieses Gesetzes konnte ein auf der Bühne Ver-spotteter den Schauspieler oder Dichter belangen, unddas dem Eupolis widersahrne Schicksal bewog dieSchauipieler, sich darnach zu richten. Anaxandrides,der zuerst unzüchtige Dinge auf die Schaubühne brach-te, " uird in der roi. Olympiade lebte, sündigte wi-d.r jenes Gesetz, und erlaubte sich einen satyrischenVers gegen die Regierung, worüber er zum Tode ver-urteilt wurde. Eine andere Wirkung jenes Gesetzeswar, daß die MaSken nun, was sie sonst waren, Por-traits zu seyn aufhörten, (nicht gar erst aufkamen, wieEinige 4 ? sagen) und daß der Chor wegfiel, theils weildie Gesänge desselben so schlecht mit der Handlung desGanzen verbunden waren, daß die Zuschauer das Thea-ter verließen, theils weil die Reichern, die am meiste»den Verspottungen des Chors ausgesetzt waren, unddoch die Kosten zu dessen Unterhaltung hergaben, dieleKosten verweigerten'. Als Alhen wieder frey wurde,hielt man jenes Gesetz nicht mehr so genau. Arist 0-pha.ics, der noch für die mittlere Komödie schrieb,und auch Andere hintergicngen das Geletz, indem siewahre Begebenheiten vorstellten, und nur die Personenmit verdeckten Namen nannten, sie aber so kenntlichschilderten, daß sie Jedermann erkennen konnte. Selbstnoch in der neuen Komödie stellte man unter erdichte-ten Namen wahre Begebenheiten und wahre Personenvor, oder man setzte vielmehr die Fabeln solcher Stückeaus Anipielungen auf wahre Begebenheiten zusammen.
In«