Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
224
JPEG-Download
 

224. Schießpulver

deutete. In Göttingen sind die Schierstöcke seit demJahr 1540, mit Einführung der Eindecker - Brauerey,üblich worden.

1. B-ck Manns Lichnol. 1787. S. 144. Anm. 1.

Schießpulver ist eine Mischung von Salpeter, Schwe-fel und Kohlen, die schnell Feuer fangt, und, wenn sieeingeschlossen ist, eine gewaltige Explosion verursacht;gewöhnlich nimmt man 16 Theile zerriebenen Salpe-ter, 2 Theile Schwefel und g Theile Kohlendazu. Der Schwefel befördert die schnelle Entzündungund pflanzt sie auf den Salpeter fort; der Salpeterverursacht die Ausdehnung, wodurch der Knall entsteht,und die Kohlen dienen dazu, den Schwefel und Sal-peter zusammen zu halten.

Die meisten Streitigkeiten über die Erfindung desSchießpulvers sind daraus entstanden, daß man rSimmer nur für die Erfindung eines einzigen Menschen,eines einzigen Zeitpunkts und eines Orts hielt, da esdoch gar wohl möglich ist, daß das Schießpulver vonmehreren Menschen, zu verschiedenen Zeiten und a>rmehrercrn Orten erfunden worden seyn kann.

Daß die Chineser daS Schießpulver früher, als dieEuropäer, kannten, darin sind die meisten Gelehrteneinig. * Consalvus Mendoza, Maffei und vieleAndere schreiben ihnen auch die erste Erfindung dessel-ben zu; ^ aber über die Zeit, wenn es in China erfun-den wurde, ist man nicht einstimmig. Die Chineserselbst geben das Schießpulver für eine sehr alte Erfin-dung unter sich aus und wollen dasselbe seit mehr als1600 Jahren gekannt haben ^ undThomas Agilirre,ein Augustiner-Mönch, erzählt, das man in China Ge-schütze finde, die zo, * nach Andern aber 85 Jahre«ach Christi Geburt verfertiget worden wären. ^ B 0 s-sius, und Andere mit ihm eignen sowohl die Erfin-dung dieses Geschützes als des Schießpulvers dem eh,'-

nesischen