Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
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Schreibekunst.

Kunst entlehnte Bilder ausdrücken, die mit der Sache,die man kenntlich machen wollte, einige Ähnlichkeithatten. Hieraus entstand die dritte Art der Schrift,nämlich die tropische oder symbolische Schreibekunst, woman körperliche und »«körperliche Dinge, Empfindun-gen, Eigenschaften, Tugenden, Laster, Handlungen,Gemüthsbewegungen und ganze Geschichten durch Sym-bole, die aus Bildern der Thiere, der Böge! oder auchlebloser Dinge bestanden, und durch willkürliche Zei-chen ausdrückte, die anfangs eine der Natur gemäßeBedeutung hatten, bald aber einen geheimen Sinn be-kamen, den nur die egyptischen Priester verstanden, wie-wohl auch die Priester späterhin die alten Hieroglyphennicht mehr zu erklären wußten. Dieses war die schönsteund vollkommenste Art der Hieroglyphen, von der manauch auf den egyptischen Obelisken Spuren findet, nZufolge der symbolischen Schreibekunst zeichnete mannicht mehr die ganze Figur hin, sondern man setzte oftnur einen Theil für das Ganze; wollte man zu erken-nen geben, daß eine Stadt belagert werden sollte oderbelagert wurde, so malte man nur eine Leiter zumSturm; ^ wollte man den Zorn ausdrücken, so malteman eine Nase, aus der ein Dampf aufstieg. MancheEigenschaften wurden nach der symbolischen Schreibe-kunst durch Bilder, die vom Menschen hergenommenwaren, ausgedrückt; eine Hand z. B. zeigte Stärkeoder Tapferkeit an. Mehrere Dinge wurden aber durchdie Bilder solcher Thiere, bey denen sich von jenenDingen eine Ähnlichkeit fand, ausgedrückt; das Bilddes Pelikans zeigte die List; das Bild des Habichtsoder Sperbers die Geschwindigkeit; ein Pfauenschwanzdie Vergänglichkeit der Schönheit, Pracht und desReichthums; eine Taube die Unschuld; eine Schlange,die sich in den Schwanz biß, oder ein Zirkel, weilman daran weder Anfang noch Ende sieht, die Ewig-keit an. Auch leblose Dinge wurden zu Symbolen

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