Zoo Schreibekunst.
welches sehr wahrscheinlich ist; Andere halten ihn füreinen Rath des Osiris. Mehrere schreiben ihm so-wohl die Erfindung der Hieroglyphen, als auch derBuchstabenschrift zu. Goguet zweifelt aber daran,daß die Hieroglyphen eine Erfindung der Egyptier wa-ren, weil sie vielen Völkern des Alterthums gemeinwaren. Wirklich behaupten auch mehrere Schriftstel-ler, daß auch die Phönizier sich der Hieroglyphen be-dienten. " Nach dem Zeugniß des Ph erecydes vonScyros brauchten auch die Scythen die Bilderschrift, 20und Prötos schickte den Bellerophon mit einersymbolischen oder hieroglyphischen Schrift an seinenSchwiegervater Jobates, welcher dadurch benachrich-tiget wurde, den Ueberbringer zu todten. ^ Die Ehi-neser» welche die Erfindung des Schreibens einem ihrerRegenten aus den fabelhaften Zeiten, Namens Soui-gine, zuschreiben, ^ wie auch die Japoncser und Co-reaner, haben eine mit der Hieroglyphenschrift ähnlicheSchreibart, denn ihre Schriftzeichen deuten keine Wör-ter, sondern Sachen an; sie müssen also solcher Zeichenso viel haben, als Sachen und Gedanken sind. Einmittelmäßiger Gelehrter muß bey ihnen, außer derMandarinensprache, die nur zu den gewöhnlichen Kom-plimenten dient, und wo man mit etlichen roo Zeichenauskommen kann, wenigstens 10000, aber wer es auf'sHöchste treiben will, Zoooo Zeichen kennen. Auch beyder Entdeckung von Amerika fand man bey den Ame-rikanern eine Art von Bilderschrift, denn die Mexika-ner gaben dem Montezuma von der Landung des Kor-tez durch eine Zeichnung Nachricht. " Indessen findetman doch kein Volk, bey dem die Kunst, mit Hiero-glyphen zu schreiben, so hoch getrieben wurde, als beyden Egyptiern. Eine Klasse ihrer Priester beschäftigtesich beständig damit, die schon zu Josephs Zeit Bil-derschrift - Ausleger genannt wurden, und eine eigneGattung der Gelehrten unter den Egyptiern ausmach-ten.