Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
Seite
301
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Schrcibekunst:

Zar

ten. Eben weil sich die Priester damit beschäftigten,nannten die Griechen diese Schrift die Hieroglypken-schrift oder die heilige Schrift. Als man willkührlicheZeichen unter die Hieroglyphen aufnahm, siengen dieEgyptier zuerst an, die Schreibekunst zum Nutzen derWissenschaften anzuwenden, und nun unterschied mandie Gelehrten - oder Priesterschrift, deren man sich beymBücherschreiben bediente, von der Hieroglyphen - oderBilderschrift,, die man bey öffentlichen Denkmälernbrauchte, als zwey verschiedene Schriftsysteme. End-lich wurde aber die Bilderschrift durch den weit be-quemeren Gebrauch der Buchstabenschrift verdrängt, de-ren sich auch zuletzt die Priester bedienten. "

Da man bereits in der Hieroglyphcnschrift mehrereSachen durch ganz willkührliche Zeichen auszudrückenpflegte; so erfand man nun auch willkührliche Charak-tere für einzelne Worte. Solche Charaktere warenz. B. 2 welches ein Haus, 2 welches ein Kameel, ^welches eine Hacke, welches einen Zahn bedeutete.

Hier waren aber so viele Charaktere nöthig, alseine Sprache Wörter hat, und dieß'machte die Schrei-bekunst beschwerlich; auch hatten die Erfinder dieserCharaktere bemerkt, daß jedes Wort aus einer Anzahlvon Lauten zusammengesetzt sey., und da man Allesschon durch Zeichen auszudrücken suchte; so bemüheteman sich auch, jeden von diesen Lauten, die man anden Wörtern bemerkte, durch besondere Zeichen aus-zudrücken; so entstand die Sylbenschrist, wo jedesZeichen eine Sylbe ausdrückte. "

Diese Sylbenschrist erforderte aber so viele Zeichen,als sich Sylben in einer Sprache gedenken lassen, wor-aus also eine sehr große Menge Zeichen erwuchs, diedas Schreiben ebenfalls erschwerte. Die genauereAufmerksamkeit auf die Artikulation der Sylben lehrte,daß jede Sylbe aus einem Lautbuchstaben und aus et-lichen Mitlautern bestand; man suchte daher jeden

Laut-