Schrerbekunst.
Zoz
auf altere Schriften; auch Hiob redet von der Schrei-bekunst als von einer gewöhnlichen Sache; ob sichgleich nicht entscheiden läßt, daß er von der Buchsta-benschrift rede, ^ so weiß man doch, daß es damalsschon schriftlich verfaßte gerichtliche Klagen und ver-siegelte Actenstöße gab. Zu Salomons Zeiten wardas Bücherschreibcn schon sehr gemein. Auch zu denAssyriern muß die Buchstabenschrift bald durch die Phö-nizier gekommen seyn; denn Callisthenes schriebaus Babylon dem Aristoteles, daß die astronomi-schen Untersuchungen der Babylonier von iyoz Jah-ren her wären. ^2 Epigenes meldet hingegen, daßdie ältesten astronomischen Beobachtungen der Baby-lonier von 720 Jahren her gewesen waren, und Bero-sus sowohl, als auch Critodemus, setzen das Alterdieser Beobachtungen gar nur auf 480 Jahre hinaus. ^Indessen wird doch das assyrische Alphabet, so wie alleübrige, von dem phönizischen Alphabet hergeleitet, denndieses und das althebräische Alphabet, welches mit demsamaritanischen Alphabet einerley Charaktere hatte, wer-den für die ältesten Alphabete gehalten, von denen alleübrige abstammen. Von den Phöniziern, besondersdurch den Cadmus, kam die Buchstabenschrift zu denGriechen. " Die älteste Probe der griechischen Cur-sivschrift, so wie sie zu VeSpasians Zeit war, hatHerr von Murr bekannt gemacht. Bey der Entdek-kung des verschütteten Pompeji stieß man im Jahr 1767auf ein Soldatenquartier oder auf eine Caserne, derenErercierplatz einige mit Gyps überzogene Säulen ent-hielt, woran römische Soldaten eine Menge unnützesZeug in lateinischer und griechischer Sprache mit Nä-geln oder andern Werkzeugen aus langer Weile ge-kritzelt hatten. Von diesem Geschreibsel bekam Herrvon Murr durch einen Geistlichen am neapolitanischenHofe eine genaue Abschrift, die Herr von Murr inKupfer stechen ließ, und solche 1792 bekannt machte.
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