Seide. Seidenbau»?. Seidenwurm. z6Z
27^4 wurden die seidenen Kleider vom Kaiser Aure-lian durchgängig verboten; er selbst trug leine Seide,und auch seiner Gemahlin, die nur Ein seidenes Kleidhaben wollte, schlug er es ab. Zu seiner Zeit kosteteein Pfund Seide ein Pfund Gold. ?
Die griechischen Kaiser bekamen ihre seidenen Waa-ren ebenfalls von den Persern, die noch immer keineSeidenwürmer aus dem Lande ließen. Da nun derKaiser Justinian mit den Persern immer Krieg führteund keine seidene Waaren mehr bekommen kennte;so befahl er den an Egypten angrenzenden Aethiopicrn,daß sie dieselben zu Schiffe aus Indien bringen sollten.Da dieses geschehen sollte, kamen zwey Mönche, dielange in Indien, nach Andern in Persien, oder, wieEinige wollen, in der Stadt Sera oder Serinda ge-wesen waren, zu dem Kaiser Justinian I. nach Cvn-stantinopel, welche die ersten Cocons mit nach Europabrachten und dem Kaiser zeigten, wie die Seidenwür-mer gezogen, genährt und gepflegt werden müßten, undwie leicht der Kaiser den Seidenbau in seinem Landeempor bringen könne. Auf des Kaisers Befehl reisetendann diese Mönche wieder nach Indien und brachtenim Jahr ZgZ n. C. G. eine Anzahl Eyer von demNachtvogel des Scidenwurms mit, die sie im fol-genden Frühjahr im Miste ausbrüten ließen, dann diejungen Raupen mit Blättern vom Maulbecrbaume füt-terten und so kam der Seidenbau nach Europa, indemJustinian zu Constantinopel, Athen, Corinth undTheben die ersten Seidcnmanufakturen anlegen ließ. bGriechenland blieb auch lange Zeit in dem Besitz desGeheimnisses einer guten Zucht von Seidenwürmer».
Seit dem Jahr 827 verfertigten die Araber oderSaracenen schon in Sicilien Seidenarbcit, aber nichthäufig; als aber Roger oder Rvderich, König vonSicilien, nach demZahrriZo mit dem morgenländischen
Kai-