Band 
Eilfter Theil, die Buchstaben R und S enthaltend.
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Siegellack.

gelerde zwar nicht zu Siegeln, aber doch zu mancherleygebraucht. Joh. Montanus entdeckte eine Siegel-erde bey Striegau und beschrieb sie 1585; ^ auch Ge-org am Wald oder Amwaldus wollte eine Siegel-erde erfunden haben, die er 1601 beschrieb. § Luci-a n gedenkt noch der Siegel mit Thon. »

In Europa siegelte man seit den ältesten Zeiten mitWachs und Lucian gedenkt bereits der Wachssiegel. i ^Ob man aber zuerst mit weißem oder gelbem Wachs sie-gelte , darüber stritten die Diplomatiker. Einige haltendie Siegel mit weißem Wachs für die ältesten und manfindet dergleichen bis auf die Zeiten des Kaisers Frie-drich Ul-, der im Jahr 1440 zur Regierung kam. ^Herr Hofrath Beckmann glaubt indessen, daß wenig-stens Privatpersonen, wegen des geringen Preises desgelben Wachses, in Europa zuerst und am häufigsten da-mit gesiegelt hätten. Nach Andern aber bedienten sicherst seit dem zwölften Jahrhundert die Klöster und Pri-vatpersonen der Siegel von gelbem Wachs und seit deinKayscrSigismund, der 1411 zur Regierung kam, be-dienten sich ihrer auch die Fürsten. Mit der Zeit färbteman das Wachs roth und bediente sich desselben zu Sie-geln. Solche Siegel von rothem Wachs brauchte schonKaiser Friedrich!., der H52 zur Regierung kam,hernach äuch Rudolphl. seitdem Jahr 127z, undunter Sigismund, der 1411 dieRegierung antrat, wur-den die Fürsten damit begnadiget, daß sie roth siegelndurften; diese Erlaubniß erhielt der Kurfürst Friedrichvon Sachsen im Jahr 142z. Im vierzehnten Jahr-hundert sieng man an, das Wachs grün und zuweilenschwarz zu färben; indessen waren Siegel von grünemWachs im t4ten Jahrhundert Noch selten, aber nachherwurden sie häufiger. In England und Frankreich hatman sie eher gehabt. " Herr von Murr fand einManuscript vom Jahr 1559, ill welchem noch gelehrt

wird,