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Siegellack.
Briefe mit Kleister versiegelt habe». Eigentliche Urkun-den wurden aber nie mit Oblaten gesiegelt. In dengrößten diplomatischen Sammlungen findet man keinOblatensiegel, daZ viel über soo Jahre alt zu sehnscheint. Herr Martin Schwartzner (Andereschreiben Schwartner), Professor der Diplomatik zuPest, hat unter den Handschriften der dortigen Univcrsi-täts-Bibliothek drey mit Oblaten gesiegelte Schriftengefunden, welches die ältesten Oblarensiegel sind, dieman kennt. Das älteste von diesen Siegeln ist einemReisepässe aufgedrückt, den drey nach Wien abgehendeJesuiten von dem P. Bisitator in den Niederlanden er-hielten, und der rüo^ zu Brüssel datirt und mit dem ge-wöhnlichen Jesuiten-Jnsiegel besiegelt war. Die bey-den andern mit Oblaten gesiegelten Schriften sind auchnoch vor dem Jahr 1624 geschrieben. " Herr Negie-rungsrath Spieß hak einen Bries gefunden, den D.Krapf zu Spcyer 1624 an die Fürstl. Regierung zuBayreuth schrieb, an dem sich ein rothes Oblatensiegelbefindet. 20 Herr Amtmann R00S hat im D hau Ni-schen Archive ein Oblatensiegel vsm Jahre 1622 gefun-den, welches er noch für alter halt. 2* Die Kanzleyin Bayreuth sieng aber erst 1705 an, mit Oblaten zusiegeln.
Einige Gelehrte erzählen auch von einem Siegelkitt,den sie Maltha nennen, und der aus harzigen brennbarenDingen verfertiget wurde. Ist dieses gegründet; somuß man diese Maltha für daS erste Siegellack halten,weil unser heutiges Siegellack auch aus harzigen Theilenbesteht. 22
Unser jetziges Siegellack wurde etwa um das JahrTZgo erfunden. Anfangs hieß es spanisches Wachs,vielleicht wegen seiner Neubeit, denn Alles , wasJeman-den fremd oder selten vorkam, nannte man sonst spa-nisch; vielleicht führte es aber auch diesen Namen des-
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