Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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94 TodtenhauS.

Obngeachtet solcher Falle, hat man doch spät auf Mittelgegen das Lebendigbegraben gedacht.

Einige sagen, daß in dem Hannoverischen Magazinsöhne jedoch das Jahr und den Ort anzuzeigen) der er-ste Vorschlag zur Errichtung eines Leichcnhauses gemachtworden sey; nach Andern hat der Herr Hofmedicus O.und Professor Hufe land aus Weimar im fünftenStück des deutschen Merkurs vom Jahr 1790, und zwarin der Abhandlung über die Ungewißheit des Todes undüber das einzige Mittel, das Lebendigbegraben zu ver-hüten, die Idee zu einem Lcichcnhausc zuerst in Vorschlaggebracht, die er auch im Jahr 1791 zu realisiren anfing,da er von dem Hofe zu Weimar sowohl, als auch von denEinwohnern der Stadt bey diesem rühmlichen Unternehmendurch eine srcywillige Subscription reichlich unterstütztwurde. Das Haus wurde auf dem Gottesacker errichtetund enthalt ein Zimmer, worin acht Leichen bequemliegen können; es hat Zugröhren zur Reinigung derLuft, unter dem Fußboden aber laufen Ofenröhren hin,um die Warme gleichförmig zu verbreiten. Dabey istnoch eine Stube für den Wachter mit einem Glasfensterin der Thür, um die Leichen beständig im Auge zu ha-ben, und eine Küche zur Bereitung der nöthigen Hülfs-mittel, Bader u. dgl., wenn etwa Lebenszeichen an ei-ner Leiche gefunden werden sollten. An den Händen undFüßen der Todten werden Fäden angebracht, deren ge-ringste Bewegung eine damit in Verbindung stehendeSchelle hörbar macht. Hieraus machte man auch an an-dern Orten Anstalten zur Errichtung solcher Leichenhau-ser. Eine Predigt des Herrn Domprediger Wolf inBraunschweig, über die Nothwendigkeit nach Hufe-lands Vorschlage Leichenhäuser anzulegen, hatte dieWirkung, daß der dasige Herzog und das Publikum dieKosten bewilligte, um auf jedem Kirchhofe gedachterStadt Leichenhäuser zu errichten. Auch in Erlangen und

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