Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
Seite
122
JPEG-Download
 

122

Türkisfarbe. Tulpe.

werb- unb Handwerks - Geschichte der Reichsstadt Augs-burg. 7. Lh. 1779. S. L50.

Türkisfarbe s. Knochen.

Tulpe, Tulrpane, wachst in der Levante wild und kamvon da nach der europäischen Türkey, und zwar zuerst nachKonsiantinopel. Die früh blühenden Arten der Tulpenkamen aus Cavala, einer Stadt am östlichen Ufer vonMaccvonien, die spätblühenden Arten aber aus Cassanach Konstantinopel. Clusius hält indessen Gazariaoder die Krimm für das Vaterland der Tulpen. Wir er-hielten diese Blumen von den Türken, wie auch schonihr Name beweiset, der türkischen Ursprungs ist. Dennobgleich Europa das Vaterland der kleinen gelben Tulpenmit dem hängenden Kopse ist, so hat man sie doch langenicht gekannt. Aus der Türkey kamen die Tulpen zuerstnach Italien. Balbinus erzählt, daß Busb eck zuEnde der Regierung Ferdinands I. (er regierte voniggö bis 1564) die ersten Tulpenzwiebeln nach Praggebracht habe und von da hätten sie sich über ganz Deutsch-land ausgebreitet. Conrad Gesner meldet aber,daß er die erste schone morgenländische Tulpe im Jahr1559 in dem Garten des Nathsherrn Johann Hein-rich Herwart zu Augsburg, der den Saamen dazuaus Konstantinopel, nach Andern aus Kappadocien kom-men ließ, gesehen habe. ^ Auch lieferte ConradGesner im löten Jahrhundert zuerst eine botanischeBeschreibung und Abbildung der Tulpe. ^ Die Herrenvon Fugger zu Augsburg hatten im Jahr 1565 Tul-pen in ihrem Garten. England erhielt zu Ende desröten Jahrhunderts auSWien die ersten Tulpenzwiebeln.In Provence hatte Herr von Peiresc im Jahr 16 iidie ersten Tulpen in seinem Garten. In Holland kamgegen 1634 der Tulipanenhandel auf. Es wurde eineArt Actienhandel daraus, der aber plötzlich ein Endenahm, da Viele dadurch verarmt waren.

1. Lablonskie Mgem. Lex. Leipzig. 1767. II. S. 1604.

2. Kunst»