Turnier.
weil sie ihnen wegen ihrer Pracht ein Vergnügenmachten, sondern vielmehr deswegen, weil sie selbstdabey in großer Pracht erscheinen konnten, die Köni-ginnen des Fests waren, die Ehre des Vorsitzes da-bey genossen, den Preis austheilten und einen jungen'Ritter mit ihrer Liebe beglücken konnten. Die Rit-ter hatten hier eine Gelegenheit sich in prachtvollerRüstung vor den tapfersten Männern und schönstenWeibern zu zeigen» und die Hoffnung den Dank desTurniers zu erringen und zugleich einen Kuß von derschönen Gebcrin zu erhalten, belebte ihren Müth mitneuem Feuer. Um Nun an den Turnieren Theil neh-men zu dürfen, bemühte sich jeder Ritter, sich außerden Gesetzen der Ritterschaft, als Religion, Tapfer-keit, Rechtschaffenhcit und Liebe, auch noch den Tur-niergesetzen gemäß zu betragen, wodurch der Adelselbst verfeinert wurde.
Born Ursprünge der Turniere überhaupt»
Da die Turniere luckus 'l'rojae, lucki egue^resjkalriluckia genannt werden, so hat man daraus schließenwollen, daß die Turniere schon den Trojanern bekanntgewesen wären. Besonders hat man ihren Ursprungund Namen von den trojanischen Spielen ableitenwollen, welche Aeneas, seinem verstorbenen VaterAnchises zu Ehren, in Sicilien anstellte, in welchendie jungen Trojaner Wettrennen und Kämpfe anstell-ten; * auch gedenkt Virgil eines Streits zu Fuß,den die trojanischen Helden anstellten. Andere habendie Turniere für eine Nachahmung dv olympischenSpiele der Griechen gehalten, weil die letzter» sowohl,als die Spiele der Griechen in ihren Gymnasien, ei-nige Ähnlichkeit mit den Turnieren hatten. In derNachricht, daß der Lacedamsnische König Ägesilcküsdenjenigen Rittern, die am schönsten gerüstet waren
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