Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Turnier,

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stand, den sie sonst so strenge beobachteten, vergaßen.Man kieset z. B. daß sie sich zu Ende eines Turniersso sehr von allem Putz entblöset hatten, daß die mei-sten mit unbedecktem Haupte, ohne allen Schmuck da-standen, daß ihnen beym Weggehen die Haare aufden Schultern hiengen und sie keine Aermel mehr anihren Rücken hatten. Um ihre Ritter auszuputzen,hatten sie Alles hergegeben, Halstücher sowohl, alsKappen, Mantel, Kamisöler, Aermel und ganze Klei-der. Als sie sich nachher naher betrachteten und sichso in ihrer Blöße erblickten, schämten sie sich außer-ordentlich; aber kaum sahen sie, daß sie Alle gleichentblößt waren, als sie unter sich ein allgemeines Ge-lächter erhoben; denn vorher hatten sie ihren Schmuckund ihre Kleider mit solchem Enthusiasmus ihren Rit-tern aufgeopfert, daß sie darüber ihre eigne Entklei-dung nicht bemerkten.

Die Ankündigung des Turniers, wobey sich Trom-peten, Klarinetten und Hautbois hören ließen, geschahgewöhnlich in Versen, die von zwey ledigen Damen,in Begleitung eines oder mehrerer Waffenhcrolde, ab-gesungen wurden. Der Fürst, welcher zum Turnieraufforderte, und der, welcher die Aufforderung dazuannahm, wählten zwey Ritter von besonderer Redlich-lichkeit, welche die Richter des Turniers seyn muß-ten. Diese Richter trugen, zum Zeichen ihres Amts,einen weißen Stab, den sie nur erst am Ende deSTurniers wieder weglegen durften; sie mußten denTag, den Ort des Turniers, die Bedingungen desGefechts, die Art des Turniers und die dabey zu ge-brauchenden Waffen bestimmen. Sie machten dieRangordnung bey den Zuschauern und untersuchten,in Gegenwart der Damen, die Wappen und die Ei-genschaften der Ritter, die den Wettstreit mir antre-ten wollten. Außer diesen Richtern gab es noch Mar-

schälle,