Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Ultramarin.

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vierte die Schwere Her Lust, der fünfte die Wärmeund Kälte, und der sechste die Feuchtigkeit der Luftanzeigt, hat Herr Musy in Wien erfunden. Ge-meinnützige Kalender-Lesereycn von Fresenius. i.B. 1786. S. 57.

Ultramarin ist ein feines veilchenblaues Pulver, dessenFarbe sich nicht verändert und am Werthe dem Goldegleich gehalten wird. Das Pulver wird aus den blauenStt'ickcn des Lasursteins gemacht, den man sorgfältigvon den anders gefärbten Theilen scheidet. Die alteBereitungsart dieser Farbe soll weit mühsamer undkostbarer gewesen seyn, als die neuere. Nach Klin-ke ls Vorschrift wird diese Farbe auf folgende Art ge-macht: man zerbricht den Lazurstein in Stücken voneiner Erbse groß, löscht ihn in starkem Weinessig ab,alsdann wird er in Essig zu einem feinen Pulver ge-rieben. Dann läßt man die Hälfte reines Zungsern-wachs und die Hälfte Kolophonium in einer irdenen,glasurten Schüssel zergehen, wirft unter beständigemRühren das Pulver hinein, gießt die Masse in kaltesWasser und läßt sie darin 8 Tage stehen. Dann fülltman zwey Gefäße mit sehr warmen Wasser, knetet einStück von der Masse in dem einen Gefäß mit Wasserund wenn man glaubt, das schönste herausgezogen zuhaben, knetet man die Masse noch ein Mal in demandern Gefäße mit Wasser, wo aber das Blaue schonbleicher und nicht so gut wird. Nach vier Tagen setztsich in dem Wasser das Pulver zu Boden, welches mansorgfältig sammelt. Man kann von einer einzigenMasse drey bis vier Arten Ultramarin machen, je nach-dem man die Masse in drey oder vier verschiedenenGefäßen knetet; die Farbe aus dem letzteren Knetenwird aber immer schlechter, als die, welche man auSdem vorhergehenden Kneten erhielt.

Der ächte Lazurstein wird in der buchariscken Tar-tarey gesunden. * Die alte Bereitungsart des Ultra-

manns