Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Kulkane.

2ly

In wenig Augenblicken verwandelte sich der Berg ineine feurige Halbkugel, und verschwand endlich ganzin einem glühenden rosenfarbnen Dampfe, der sich mitkeinen Worten beschreiben laßt. Wenn man sich einefeine, durchsichtige rosenfarbene Atmosphäre, und in ihrerMitte einen Berg von lebhaft rothem, heftig beweg-tem Feuer vorstellt, so hat man nur eine schwache An-lage zu der Idee dieses Schauspiels, dessen Größenoch durch keine Schilderung eines Malers ausge-drückt werden konnte. Alles schien so in einander ge-flossen, daß man glauben mußte, der Berg sey ver-schlungen oder in die Luft geworfen worden. DieFeuersaule und Rauchmasse wurden auf allen Seitenvon Blitzen durchschnitten, die theils aus der Erde,theils aus der Luft zu kommen schienen.

Das Ganze stellte eine brennende Wolke vor, ausder ein unaufhörlicher Feuerregen überall Tod undVerwüstung drehte. Hin und wieder sielen Steimtvon ungeheurer Größe, deren Fall 25 Secunden langdauerte, ob sie gleich bey Weitem nicht so hoch, alsdie kleinern, stiegen. Mit solchen Steinen schien dasThal des Somma ganz verschüttet. Die Gesträucheund Kastanicnwälder des Ottajano entzündeten sichaugenblicklich durch die glühenden Steine und Blitze.Die Stadt Ottajano ward am meisten vom Fcuerre-gen beschädiget. Dennoch hörte dieser schreckliche Aus-bruch, nachdem er etwa 37 Minuten gedauert hatte,binnen zwey Minuten gänzlich auf. Man sah denBerg, fast in seiner vorigen Gestalt wieder, aber ganzmit glühenden Steinen bedeckt, die noch einen gutenTheil der Nacht hindurch leuchteten. Da aber keineigentlicher Strom von Lava ausgcbrochen war, solegte sich auch das Toben des Berges noch nicht, undes gab in den folgenden Tagen noch Explosionen, dieder jetzt beschriebenen nicht viel nachgaben. Diese

Schil-