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Wagen.
Simon Stevin aus Brügge, der nachher in Hol-land lebte und besonders in der zweyten Halste des i6tenJahrhunderts berühmt war, erfand einen Wagen, der,ohne Beyhülfe der Thiere, außerordentlich geschwindgieng; Grotius hat in einem Gedichte eine schöneBeschreibung von einer Reise gegeben, die man mit die-sem Wagen machte. 2? Dieser Windwagen des Ste-vin war ein ordentlicher Wagen, der seine Räder undandere zubchörigen Stücke hatte, aber auch ein Segel,welches den Wind aufsieng und von einer Person, diedie Stelle des Kutschers vertrat, wie auf dem Wasser,regiert wurde. In diesem Wagen konnten 28 Personensitzen und er gieng auf dem flachen Lande so schnell, daßman in zwey Stunden 14 holländische Meilen fahrenkonnte. 22
Der Engländer Slater reiscte auf einem Wagenmit starken Rädern» der durch Segel getrieben wurde,- von Alerandria nach Bassora. Er legte bey starkem
Winde in einer Stunde vier deutsche Meilen zurück. 2»
Johann Hautsch, cinNürnbergischerZirkelschmidt,der rzyZ geboren wurde und 1670 starb, verkaufte demPfalzgraf Karl Gustav einen Wagen von seiner Ar-beit, der so eingerichtet war, daß zwey Menschen darinverborgen sitzen konnten. Der eine mußte durch ein dazugemachtes Zugwerk den Wagen inwendig umtreiben, sodaß solcher alsdann ohne Pferd, den Tag über, einenweiten Weg fortfuhr.^ Auch S tep h a n Far fl e r, einberühmterUhrmacher inAltorf, der 1689 starb, verfertigteeinen Kunstwagcn, in welchem er sich, ohngeachtet erlahm war, vermöge eines künstlich angebrachten Räder-werks selbst, ohne eines Andern Beyhülfe, zur Kircheund auch um das Thor fuhr. Wagenseil ließ von diesemWagen viele kleine Modelle aus Holz verfertigen, die eran hohe Personen verschenkte,
Der