Wasserorgel.
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Die Nachricht, welche Heron von dem Bau derWasserorgel giebt, ist zwar nicht viel deutlicher, alsDitruvs Beschreibung, aber sie ist doch in dem Punkt,der den Gebrauch des Wassers betrifft, viel unterrichttender.
Zur Zeit des Nero, der vom Jahr 54 bis 6gnach Christi Geburt regierte, hatte man schon neueErfindungen bey den Wasscrorgcln, bis jetzt kann abernoch nicht bestimmt werden, worin sie bestanden. Sue-ton sagt nämlich im Leben des Nero: ? „religus»,diel Martern organa lr^draulica nvvi et ignotigeneris circnniduxit
Man hat eine Beschreibung einer Wasserorgcl vomKayser Julian, der von g6i bis n. C. G.regierte, worin der Pfeifen, der ledernen Blasebälgeund des Claviers ziemlich deutlich gedacht wird. ^
Hieronymus fand um das Jahr 400 n. C. G.eine Wasscrorgel in Jerusalem, die 15 Pfeifen hatte,welche aber ziemlich groß gewesen seyn müssen, weilihr Ton mit dem brüllenden Donner verglichen wird. ?
Aus den Worten des Claudia ns erhellet, daßman auch schon ein Pedal bey den Wasservrgeln hat-te, wenn es auch nur dazu diente, die Luft in diebeyden cylindrischen Gefäße einzupumpen; es heißtdaselbst:
„Lt gui rnagns levi detrudens murrmira tactu In-rnrrners8 voaes legetis moderatoo nlienae Intonat er-ranti digito, x>edrbuLr/uö tncr/xrll l^ecte in
carminn concitat unds«."
Die 61 aves waren bey den Wasservrgeln so breit,daß man sie mit Fäusten schlagen mußte, daher derAusdruck kam: die Orgel schlagen.
Den Gebrauch des erwärmten Wassers bey denWasservrgeln soll Gerbert, nachmaliger Pabst Syl-vester H. r. I. 997 erfunden haben.