330
Weberkunst.
Egyptier und Griechen die Erfindung des WebenS ge-wöhnlich einem Frauenzimmer zugeschrieben, Die Ju-den behaupten, die Naema, eine Tochter des Lamechund Schwester des Thubalkain und des Jubal,habe dieKunst, einen Zettel zu legen undZeuge zu weben,erfunden. 6 Daß die Weberkunst zu Abrahams Zeitbekannt seyn mußte, bcwcisetdcrSchleycr der Sarah, ?der nichts Anders, als ein Gewebe mit Zettel und Ein-trag seyn konnte; auch gedenkt Abraham des Fadenszum Weben. ^ Hiob gedenkt des Meberschiffs ^ unddes zerrissenen Weberfadens.
Die Egyptier erzählen, der egyptische Merkur habeeinem Schaafe etwas Wolle ausgerauft und gefunden,daß sie sich dehne und zu einem Faden bilden lasse; dar-auf habe die Isis in Egypten die Kunst zu weben er-funden. "
Die Griechen schreiben die Erfindung der Webekunstder Pallas oder Minerva zu, n die in dieser Kunstan der lydischenJungfer, Arachne, eine Nebenbuhlerinbekam; beyde ließen sich in einen Wettstreit ein,Arachne wurde darin überwunden und, zur Strafeihres Vorwitzes, von der Minerva in eine Spinneverwandelt. Dieß hat Gelegenheit gegeben, daß manauch der Arachne die Erfindung der Weberkunst zu-schrieb. Die Phäaner, eine griechische Nation, ga-ben vor, Pallas selbst habe sie in der Kunst, wun-dervolle Gewände mit klugem Geiste zu wirken, unter-richtet- 1?
Die Alten webten oft ganze Kleider aus dem Ganzen,so daß sie die Schneider dabey entbehren konnten, daohnehin ihre Kleidung noch nicht so kunstvoll war, wiejetzt die unsrige, " Adristia verstand die Kunst,ganze Kleider zu wirken, und unterrichtete den Areas,einen Sohn des Jupiter und König von Arkadien,darin, der wieder seine Arkadier in dieser Kunst belehrte.
Pam-