Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
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Wechsel, Wechselbrief, Wechselhandel. 335

Wechsel, Wechselbrief, Wechselhandel. Um demMangel am baaren (-leide und der Beschrverlichkcit desTransports des Geldes abzuhelfen, siel man darauf,dem Papier, auf welches eine gewisse Summe mit dergehörigen Formalität und Unterschrift bezeichnet war,eben diese Giltigkeit zu verschaffen und ein solches Papierhieß dann ein Wechsel. Einige halten die Wechsel füreine Erfindung der Juden, besonders behauptet Blai-rac, * daß die Wechselbriese bey Gelegenheit der Ver-folgungen erfunden worden waren, welche die Juden800 Jahre nach Christi Geburt in Frankreich ausstanden,wo man sie zwingen wollte, sich taufen zu lassen. Diemeisten Juden sahen sich daher genöthiget, aus Frank-reich zu fliehen und ihr Vermögen daselbst in den Händenihrer Freunde zurückzulassen. Um dieses nun aus Frank-reich zu ziehen, schrieben sie kleine kurzgefaßte Briefe,die durch reisende Kaufleute in Frankreich abgegeben wur-den , welche die Baarschaft empsiengen und solche denEigenthümern wieder zustellten. Dieses seinem Ursprün-ge nach so einfache Mittel, welches aber seiner Bequem-lichkeit halber bald verbessert wurde, soll zur Erfindungder Wechsel und des Wechselhandels Veranlassung gege-ben haben, wodurch die Handelschaft zwischen Kaufleu-ten entfernter Länder so sehr erleichtert worden ist. Ei-nige meynen auch, daß die Verfolgung der Juden inFrankreich unter Philipp August, der von r 180 bis1223 regierte, und unter Philipp dem Langen, dervon 1317 bis lZ22 regierte, noch mehr üblich gewor-den und besonders zu Lion 2 und in der Lombardey, ^wo sich viele geflüchtet« Juden aufhielten, in den Ganggekommen wären.

Das von An der son angeführte Privilegium Fried-richs I. für die Stadt Hamburg vom Jahre nZi be-weiset nichts für das Alter des Wcchselhandels, denn eswird darin nur vom Geldwechseln überhaupt geredet.