ZZ6 Wechsel, Wcchsclbnef, Wechselhandcl.
Jacob Savery, in seinem vollkommenen Kauf-.und Handelsmanne, hält die Italiener in der Lombardeyfür die Ersten, welche sich im izten Jahrhundert derWcchsclbriefe bedienten, die sie Uoü^a ckiO^iübio nann-ten. Besonders will man ihre Erfindung den Florenti-nern * zuschreiben, die um das Jahr 1229 den Wech-selhandel aufgebracht haben sollen. ^ Als hernach dieGibellinen von den Guclphen aus Italien vertrieben wur-den , begaben sich viele von ihnen in die Niederlande,besonders nach Amsterdam, in welcher Stadt sie sich aufeinem öffentlichen Platze zu versammeln pflegten, umdurch den Verkauf solcher Briefe, deren sich schon dieJuden bedient hatten, ihr Vermögen aus Italien an sichzu ziehen. Einige ihrer Briefe wären anstatt der Zah-lung zurückgewiesen worden, woraus der Rückwech-scl, nebst Berechnung der Kosten, Interessen u. s. w.entstanden sey. Die Amsterdammcr sollen auch die Erstengewesen seyn, welche dieses durch Noth erfundene Mit-tel zu einem Theile des Handels gemacht haben sollen.Ihr Beyspiel machte Andere bald mit den Vortheilen derWechselbriefe bekannt, wobey man aller Weitlauftigkei-ten und der mit Baarsendungcn verbundenen Gefahrüberhoben war, daher ihr Gebrauch bald in ganz Europaeingeführt wurde.
So wahrscheinlich aber auch diese Erzählung scheint,so fehlen ihr doch deutliche Beweise, daher sie Wider-spruch gefunden hat; über dieses will man das schon füreine alte Erfindung halten, daß man sich Geld auf schrift-liche Anweisung zahlen lasse, wie die aus Frankreich ver-triebenen Juden und die aus Italien geflüchteten Gibelli-nen thaten.
Herr Professor Busch sucht den Ursprung der Wech-sel in Italien, weil da sehr viele große Handelsstädteganz nahe bey einander lagen, in welchen oft Gelegen-heiten zum Verkaufen oder Vertauschen gegenseitigerSchulden vorkommen mußten. ^
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