Band 
Zwölfter und letzter Theil, die Buchstaben T bis Z enthaltend.
Seite
418
JPEG-Download
 

Zauberkarten. Zauberkunst.

4 ^

Zauberkarten erfand Herr I. C. Gütle in Nürnberg.

^ Das elekrrischc F^uer zeigt auf dem dabey befindlichenZaubcrspiegel den Wcrth und die Farbe gewählter Kar-ten an.

Zauberkunst, Magic, heißt überhaupt die Kunst, Wir-kungen hervorzubringen, welche die, natürlichen Kräfteder Körper .zu, übertreffen scheinen. Sonst wurde dieZaubercy in die übernatürliche und natürliche einge-,theilt. Unter der übernatürlichen Magie verstand man- „ die Fähigkeit, durch Hülfe der Geister Wirkungenherzorzubringen, welche die Kräfte der Natur über-steigen; sie war entweder Theurgie, weiße Kunst, beywelcher gute Geister wirkten, oder Dämonurgie, schwar-ze Kunst, bey welcher böse Geister wirkten. DieseEintheilung der Magie ist blos eine Geburt der Un-wissenheit und des Aberglaubens, denn jetzt wissenwir, daß alle Erscheinungen in der Welt sich auf na-türliche Ursachen gründen. ^ So ungegründet dieübernatürliche Zauberey selbst ist, so fabelhaft sindauch die Nachrichten von ihrem Ursprünge. Im B o-thart ^ wird erzählt: die übernatürliche Zauberey seyvor der Gündfluth zu der Zeit erfunden worden, dafich die Engel in die Töchter der Erde verliebten, dasie denn auch zugleich die Zauberey mit auf die Erdegebracht und die Menschen darin unterrichtet hatten;Liese Sage gründet sich auf die Mißdeutung einerSchriftstelle, ^ wo man unter den Kindern Gottes dirEngel verstehen wollte, da doch nur fromme Men-schen darunter zu verstehen sind. Die Alten erzähltenserner» Chain habe sich nicht getrauet, die Büchervon der Zauberey mit in die Arche zu nehmen, son-dern habe noch vor der Sündflukh die Lehrsätze dieserKunst auf harte Körper, die dem Wasser widerstan-den, eingegraben, welche Körper er versteckte und nachder Sündfluth wieder hervorfuchle, * daher man ihnselbst für den Erfinder der Zauberkunst hielt. Chain

un-