86 Seide und Seidenbau.
Deutschland selten gelingend angeführt worden, welcheBehauptung jedoch, nach Hau mann, von Bona.sonS herrühren soll, dem aber andere Schriftsteller seinerNation, als Madiot, Cabanis und Thouin wj.versprechen; auch hat man mehrere glücklich gelungeneVersuche dieser Oculation in Deutschland auszuweisen.Es soll sogar noch den Vorzug vor dem Oculiren aufstteibende Auge besitzen, weil bei demselben die Augengleich im Frühjahre treiben, und daher die aus ihnensich entwickelnden Reiser Zeit genug haben, vor demWinter gehörig heranzuwachsen und hinlänglich reifesHolz zu bilden, welches besonders bei dem Maulbeer-bäum aus warmen Ländern von Wichtigkeit seyn soll.— Das Impfen mit dem Röhrlein oder der Pfeiftgeschieht, indem man von einem Zweige des Maulbeer-baumeS, von dem man die Art vervielfältigen will, einröhrenförmiges Stück der Rinde, an welchem sich einoder mehrere Augen befinden, ablöset, dann einen Zweigdes Wildlings, auf den man pfropfen will, von einemgleichen röhrenförmigen Stücke der Rinde entblößt!und dann jenes Röhrchen mit dem guten Auge auf denvon der Rinde entblößten Zweig des Wildlings schiebt,und es mit Bast zubindet. Ein Mehrerer über dasOculiren, s. Th. 104, S. 3 u. f.
Das Pfropfen des MaulbeerbaumeS geschiehtentweder in den Spal t, oder in die Rinde, und dieZeit der Ausführung bestimmt das Eintreten des Saf-tes in die Bäume und Las Aufschwellen der Knospen.Am besten geschieht es daher vom Ende des Märzes biszu Ende des Aprils. Man wählt zu dieser Operationoder vielmehr man verrichtet dieselbe an heiteren, mildenund sonnigten Tagen, aber nicht bei Regenwetter, oderwenn die Stämmchen und Reiser noch vom Regen oderThau naß sind, weil die in die Pfropfwunde eindrin-gende Nässe sehr nachtheilig auf das Fortkommen desPfropfreises wirkt. Man wählt zu den Pfropfreisern