Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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88 Seide und Seidenbau.

und verbindet die Stelle mit schmalen Streifen vonLinnen, oder schmalen linnenem Bande, welche gleich ei-nem Pflaster mit Baumwachs bestrichen sind, welcherVerband überö Kreuz gewickelt wird. damit er die ge-hörige Festigkeit bekomme und das Reis sich nicht vonseiner Stelle verrücke oder verschiebe. Der Schnittkann einen guten Zoll lang gemacht werden, und wennderselbe nicht gleich gehörig getroffen ist, so daß dasReis völlig auf den Stamm paßt, so kann man leichtdurch eine Nachhülfe entweder am Stamm oder amReise bewirken, daß sich beide genau aneinander fügen.Man läßt dem Reise übrigens nur drei bis vier Augen,verstuht eö oben schief und bedeckt die Wunde mit Baum-wachs. — Bei dem Kopuliren mit dem Häkchenoder dem sogenannten Hirschfeldischen, wird derZuschnitt des Wildlings, so wie des Reises eben so ge-macht, wie bei der ersten einfachen Art. Ehe man aberdas Reis aufseht, macht man auf den Schnitt des Rei-ses, ein wenig über die Mitte desselben hinauf, moch ei-nen senkrechten, ungefähr ^ Zoll langen Einschnitt vonunten'nach oben, und einen gleichen Einschnitt machtman auch an der entsprechenden Stelle auf den Schnittdes Wildlings von oben senkrecht nach unten. Hieraufzieht man die durch diese Einschnitte gebildeten Häkchenetwas ab, und schiebt sie beim Aufsehen des ReiseFaneinander. Diese Methode hat den Vorzug, daß dasReis fester auf dem Wildlinge steht, daß es sich nichtleicht beim Verbinden verschieben kann, und daß es über-dies dem Reise auch mehr Berührungspunkte mit derUnterlage verschafft, wodurch es schneller und besser mitderselben verwächst. — Auch bei dieser Methode kanndas Stämmchen stärker seyn, als das Edelreis, nur mußman darauf sehen, daß auf der einen Seite Rinde undSplint genau auf Rinde und Splint passen. Verbandund alles Andere wird gerade so eingerichtet, wie bei demvorhergehenden. — Eine dritte Art des Kopuli-