Seide und Seidenbau. 109
ist es, bei der inneren Einrichtung dee Raupengenrächerdarauf zu sehen, daß man dafür Sorge tragt, daß dieTemperatur so viel, als möglich, an allen Orten desZimmers gleich sei. Dieserhalb muß man nach derverschiedenen Lage, Gestalt und Größe desselben, dieOefen und Kamine so anbringen, damit sich die Wärmemöglichst gleichförmig überall hin verbreiten kann; auchsoll man die Zuglöcher und Fenster zum Abkühlen derGemächer bei großer Hitze nach denselben Grundsätzenordnen.
Von den Geräthschaften und Werkzeugenbei der Erziehung der Raupen. — Wie beiallen Handthierungen, so sind auch bei dem Seidenbaugewisse Geräthschaften nöthig, um diesen Industriezweiggehörig zu betreiben. Diese Geräthschaften sind nunfolgende:
1. Der Eyerkratzer, Fig. 8632. Dieses In-strument gleicht dem Kratzer der Bäcker, womit sie denTeig von dem Backtroge wegnehmen; es werden damitdie von dem Weibchen des Seidenspinners gelegtenEyer von der Leinwand abgelöset, und daher darf erweder zu scharf, noch zu stumpf sein.
2. Die Brutschachtel, oder Schachtel, um dieEyer darin auszubrüten, Figur 8633. Die kleinenSchachteln läßt man von Pappe anfertigen, die größerenzu 5, 10 vis 20 Unzen Eyer, von ganz dünnem Holze,sogenanntem Schachcelholze. Die Größe der Schach-teln richtet sich nach der Quantität der Eyer, die mandarin ausbrüten will. Eine Unze Eyer erfordert etwa10 Quadratzoll Bodenfläche. Man giebt ihnen eineviereckige Form, und die Seitenwände erhalten eine Höhevon 2^- bis 3 Zoll. Inwendig werden sie recht glatt,und eben mit Papier ausgefüttert. Der Deckel dieserSchachteln muß von einem dicken und steifen, aber dabeiglatten und ebenen Papiere bestehen, und dieselben ge-hörig decken. Es werden mit einem Locheisen eine hin-