Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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126 Seide und Seidenbau.

an Raum fehlen lassen muß, im letzteren Falle ist derfür sie bestimmte Raum nicht gehörig angefüllt, worausman schließen kann, daß entweder ein Theil der Eyernicht ausgekommen, oder daß Raupen krank geworden,und davon gekrochen oder gestorben und untet die Mi-stung gerathen sind.

Von der den Seidenraupen nöthigenNahrung oder dem Futter, dessen Beschaf-fenheit, Menge rc. Das HauptnahrungenMittel der Seidenraupen sind die Blätter des weißenMaulbeerbaumes. Diese Blätter haben nun folgendeBestandtheile: 1) Faserstoff, 2) Farbestoff, 3) Wasser,4) Zuckerstoff, 5) Harz oder Kleber. Von diesen Be-standtheilen sind eigentlich der Zuckerstoff und der Kle-ber, mit dem dazu nöthigen Antheil Wasser, Nah-rungscheile für die Seidenraupe; und wenn der Zucker-stoff den eigentlichen ChyluS abgiebk, wodurch die Raupesich ernährt und wächst, so sondert sich davon durch denthierischen Mechanismus der Kleber ab, welcher denSeidenstoff liefert. Hieraus wird man leicht denSchluß ziehen, daß diejenigen Spielarten des Maul-beerbaumes, deren Blätter bei geringer Menge vonFaserstoff größeren Antheil von Zuckerstoff sind Kleberoder Harzstoff enthalten, das beste Futter für die Sei-denraupen abgeben. Ferner wird von den Blätternnoch verlangt, daß sie gehörig gesund und kräftig sind,welches man daran gewahrt, wenn sie ein schönes fri-sches Grün haben. Nach der Erfahrung soll ein ma-geres Blatt besser für die Seidenraupen, als ein fettesseyn, weil das Erstere mehr harzige Theile, also auchmehr Seidenstoff enthält, als das Letztere. Die besteUntersuchung der Blätter hinsichtlich ihres Gehaltes,ist, sie zu käuen; geben sie dann einen harzigen, zähen,sich zu Faden ziehenden Speichel, so ist ihre Eigenschaftgut. Zu fette oder vollsaftige und wasserreiche Blät-ter, muß man erst vorher ausdünsten lassen, ehe man sie