Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
129
JPEG-Download
 

'Seide und Seidenbau. 129

Verfahren sie wieder auf die obey angeführte Artgetrocknet werden müssen. Die Pflücker müssen dasAbpflücken der Blätter mit reinen Händen thun, undsolche daher vorher waschen; denk jeder fremde Geruch,der sich den Blättern mittheilt, verursacht bei den Rau-pen eine Abneigung zum Fressen. Daher sind auchdiejenigen Leute, welche schweißige Hände haben, alsPflücker nicht zu empfehlen. — Die Blätter von demjungen Ausschusse, von dem sogenannten Wasserreife,und von den untern Theilen der Hecken taugen, wegenihrer Vollfaftigkeit, auch ihres reicheren Wassergehal-tes, und da sie gewöhnlich mit Staub, dem sie am mei-sten ausgesetzt sind, beschmutzt sind, nicht gut zum Rau-penfutter. — Auch wenn die Blätter aus kalten Kel-lern, überhaupt kalten Gemächern sogleich in das warmeRaupengcmach gebracht werden, ist nicht gut, weil sieausschlagen. Besser ist eö daher, 6e erst einige Stun-den in freier Luft verschlagen zu lassen, ehe man sie füt-tert. Den bisher aufgestellten und von den meistenSeidenzüchtern befolgten Grundsatz: jungen Raupenjunge Blätter, alten Raupen alte Blätter zu geben, hakHerr C. G. Kettembeil, im 2ten Hefte seinerSchrift: Gründliche Anweisung über die Er-ziehung und Behandlung des weißen Maul-beerbaumeS, sowie auch über die Erziehungder Seidenraupen rc. Nordhausen, 1829,dadurch widerlegt, daß er seinen jungen Raupen, vomAnfange des Auskriechens an, lauter alte Blätter vonjungen Bäumen gegeben, und es sind über die Hälftederselben leben geblieben und zum Einspinnen gekom-men. Auch die Behauptung: daß die Raupen bloß biszur vierten Häutung Blätter von Maulbeerhecken und. Buschbäumen bekommen dürfen, dann aber Blättervon alten Bäumen, weil sie sonst nicht zuM Einspinnenkämen oder doch schlechte Seide lieferten, hat der Ver-fasser zweifelhaft gemacht; denn er hat seine RaupenOec. rech. Enc, Theil CLII. I