Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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136 Seide und Seidenbau.

leistete, z. B. eine ein- oder zweijährige Pflanze. DerSeidenbau würde dadurch schneller emporgebracht wer-den; denn Viele treiben bloß wegen der mühevollen An-pflanzung und Wartung des Maulbeerbaumes diesenIndustrie-Zweig nicht. Daß es Pflanzen geben kann,deren Blätter den Seidenraupen zur Nahrung dienen,unterliegt wohl keinem Zweifel; denn wenn wir aufdie verschiedenen Raupen der übrigen Schmetterlingesehen, so wird uns nicht entgehen, daß sie sich von denBlättern mehrerer Pflanzen nähren, so z. B. von denNachtvogeln, wozu derSeidenspinner auch gehört, nährtsich die Raupe des 1-SpinnerS (kdalrrenu lau) vonden Blättern der Eichen, Bächen, Birken rc.; die RaupedeS Hainbuchenspinners (Pssslaena Louck>^x pavguialuiuor) von den Blättern der Erlen, Eichen, Birken,Hainbuchen, wilden Rosett, des SchwarzdornS, Heide-' ,und ErdbeerkrauteS rc.; so lebt die Raupe des Dotter-weiden-Spinners (klmlaeua Loinl^ x liiwmi'ix) aufDotterweiden, Gundermann und Rosen rc. Eben so istes auch mit den Raupen der Tagfalter: die Raupe des !Trauermantels nährt sich von Birken-, Espen- und Wei- !denlaub; die des ,6-VogelS lebt auf Ulmen, Heckenkir-schen, Stachel- und Johannisbeeren, Hopfen, Nesseln rc.Daß nun dieses auch mit den Seidenraupen der Fall ist,hat der Herr Direktor vonSchrqnk erfahren, wieHerr von Hazzi in seinem Lehrbuche des Seiden-baues, S. 73, berichtet. Es heißt daselbst: „In den !achtziger Jahren (1780er) hatte Herr von Schrankeinige Seidenwürmer, aus Mangel an Futter, in seinenHausgarten ausgesetzt, um sich darin selbst zu ernähren,und nach einigen Monaten bemerkte derselbe über derGartenthür einige Cocons." Herr von Schrankforschte sogleich im Garten nach, von welcher Pflanzesich die eingesponnenen Raupen genährt hatten; alleinohne Erfolg. Daß man es an Versuchen nicht hat feh-len lassen, um ein sicheres Surrogat unter der großen