Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 139

zonerblättern wurde nun fortgesetzt, und vierzehn Tagenach der letzten Häutung krochen die Raupen in die ausBirkenreis zubereiteten Spinnhüttsn, und nach drei- bisvielmal 24 Stunden zeigten sich die schönsten Cocons,die in Farbe, Glanz und Feinheit, denen, wo die Rau-pen blos mit Maulbeerblättern gefüttert worden, nichtsnachgaben. Man darf aber die hier angeführte Scor-zonere, nicht mit der sogenannten Haber- oder Schwarz-wurz, oWeinala I-inn., oder dem Wie-

senbocköbart, ^ratouse verwechseln. Die

Blätter müssen übrigens bei jedesmaliger täglicher Füt-terung frisch geholt, sorgfältig vorn Staube und ande-rem Schmutze gereiniget, und das Wollichke, womit dieobere Seite des Blattes bedeckt ist, mit den Fingern ab-gerieben werden. Bei Regenwetter müssen die Blättervorher getrocknet werden. Herr Pfarrer Haumannzu Großkörnern hat gleichfalls Versuche mit der Scor-Honere zur Fütterung der Seidenraupen gemacht; alleinsie sind nicht glücklich ausgefallen; denn von 50 Rau-pen konnte derselbe bei aller nur möglichen Sorgfalt und,Pflege nur fünf bis zum Einspinnen bringen. DieRaupen bekamen aber eine dunklere, in s Grünlicheschielende Farbe; sie wuchsen nicht gleichförmig heran,und häuteten sich auch nicht zu gleicher Zeit, der Kochwar nicht, wie bei gesunden Raupen, trocken, sondernfeucht und weich; Herr Haumann ist daher im Zwei-fel, ob er die rechte Pflanze zur Fütterung genommen.—Nach dem Glasermeister Müller aus Lahr im Baden-schen sollen es,^ nach seiner zweijährigen Erfahrung,nicht die zarten, sondern die gänzlich ausgewachsenenBlätter der Schwarzwurzeln seyn, welche die Seiden-raupen vorzüglich lieben, und die zu ihrem Wachsthumsund Gedeihen das Meiste beitragen. Er machte imJahre 1828 einen Versuch mit 54 Raupen, von denennur eine kurz vor dem Einspinnen starb, die übrigen ga-ben vorzüglich große Cocons. Im verwichenen Jahre