Seide und Seidenbau. 141
Nach öffentlichen Blättern soll es dem Herrn vr.Sterler, Königlichem Botaniker und Mitglied derSeidenbaudeputakion zu München nach vielen Versu-chen gelungen seyn, ein stellvertretendes Mittel für tueMaulbeerblatter zu entdecken, welches Futter die Sei-denraupen nicht nur dem bisherigen, denMaulbeerblät-tern vorziehen, und dabei weniger Krankheiten unrer-morsen sind, sondern sie tiefern auch eine ausgezeichnetschöne Seide, von'welcher bereits Proben an den Königeingesandt wurden, die vollen Beifall erhielten. EinHauptvortheil ist noch hierbei, daß die Seidenzuchtschon im nächsten Jahre im Großen unternommen unddabei eine doppelte, und in manchen Gegenden selbstein« dreifache Erndte an Seide gewonnen werden kann,während der sich sehr spät belaubende Maulbeerbaumnur eine Erndte gestattet und erst nach zehn bis zwan-zig Jahren dem Pfleger Vortheil abwirft. Nach denVersuchen, die der Pfarrer Haumann mit verschiede-nen Pflanzen, als Fütterungömittel derSeidenwürmer,angestellt hat, ist nicht zu hoffen, daß ein Surrogat ge-funden werden wird, welches die Maulbeerblätter, alsSeidenraupenfutter ersetzt. Der genannte Schriftstel-ler sagt in seinem oben angeführten Werke, S. 183ru f.r
Von folgenden Bäumen, Sträuchern 'und Kräuternhabe ich die Blätter den Raupen als Futter gereicht;von der Aespe, Buche, Esche, Linde, Pappel, Ulme,Weide, von dem Geisblatt, Hartriegel, Maßholder, derRainweide, dem Seelenholze, Weißdorn und der Ber-bisbeere, Himbeere, Johannisbeere und Stachelbeere/von dem Bocksbärte, der Erdbeere, dem Hopfen, Huf-lattich, Löwenzahn, der Möhre, Nessel, dem Salat, derSaudistcl, dem Spargel, der Scorzoner, dem Wegerichund Weiderich; aber alle ohne Unterschied entsprachennicht den Erwartungen. Ich bestimmte für jede Pflan.zrnart 50 Raupen, und ließ diese, so wie sie aus de^Eyern schlüpften, sogleich an das für sie bestimmte Für,