142 Seide und Seidenbau.
rer kriechen. — Sie blieben auch an den meisten Futter-arken und fraßen davon, und ich hatte eine große Freudeund glaubte schon nicht bloß ein einziges, sondern eineMenge stellvertretender Futtermittel entdeckt zu haben.Aber in Kurzem würden alle meine hohen Hoffnungenz» Wasser- An den meisten Futterarten starben dieRäupchen innerhalb der ersten acht Tage, an andernlebten sie bis zum zwölften oder fünfzehnten Tag, wuchsenaber nicht fort, und gingen zu Grunde, ohne sich zuhauten. An einigen häuteten sie sich und starben nach-her. Nur an einigen Pflanzen, und zwar an lauter sol-chen, die einen Milchsaft haben, nämlich am Scorzoner,Bocksbart, Salat, Löwenzahn und an der Saudistel hattees das Ansehen, als wenn der Versuch glücklicher aus-fallen wollte. Aber auch hier that sich, besonders vonder zweiten Häutung an, das Unpassende und Nach-theilige dieser Futterarten kund. Es stellten sich baldalle nur mögliche Krankoeiten, mit Ausnahme der Starr-sucht, ein, und wahrend von den mit Maulbeerbbatterngefütterten Raupen nicht eine einzige starb, wüthete eineordentliche Pest unter den mit Surrogaten genährten.Am Skvrzoner brachte ich A, am Bocksbart 4, am Sa-lat Z, und an der Saudistel, und am Löwenzahn keineeinzige Raupe zum Einspinnen. Am Löwenzahn hattensie eine ganz schwarzbraune Farbe, häuteten sich nurdreimal, und starben von der zweiten Häutung an fastalle an der Schwindsucht. So erhielt ich durch Surro-gate von 1550 Raupen is Cocons- und der so sehr ge-rühmte Scorzoner lieferte nicht mehr als 10 Prozent. —Diese Erfahrungen stellen leider die Auffindung irgendeines zweckmäßigen Surrogats sehr in Zweifel, und be-stätigen gar sehr die Wahrheit des Ausspruches Hein-richs IV.: koint <lo muriers, point äs «nie (KeineMaulbeerbaume, keine Seide).
Auch getrocknete Maulbeerblatter sind als Seiden-raupenfutter vorgeschlagen und benutzt worden, dasheißt, in Frühlingen, in welchen sich die Bäume zuspät belaubten, oder ihr erstes Laub durch Spätfröstevernichtet wurde: Das Laub muß dann vorn zweitenTriebe im Herbste- ehe Nachtfröste eintreten, gepflückt,