Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

und an der Luft getrocknet werden. Man hebt es dannentweder ganz oder gepulvert in verschlossenen Flaschenauf, und wenn man es zum Füttern benutzen will, solasse man es zuvor in etwas Wasser ziehen und wiederabtrocknen. Da die Seidenraupen selbst das aus demBaste des Maulbeerbaumes 'bereitete Papier-fressen,so zweifelt Haumann nicht, daß sie auch die getrock-neten und wieder aufgequellten Blätter fressen, nurglaubt derselbe, daß sie ihnen nicht recht zuträglich seynwerden. Ein gewisser Sestoni in Toskana schlägtvor, um die getrockneten Maulbeerblätter für die Rau-pen genießbarer und zuträglicher zu machen, im Som-mer auS frischen Maulbeerblättern einen Extract zukochen, ihn in gut gestopften Bouteillen aufzuheben,und ihn zum Aufquellen der Blätter zu benutzen. EineGräfin Eleonora Della Porta in Hiezingen beiWien, hat sich im Jahre 1826 ein Kaiserlich Königli-ches Patent auf die Erfindung geben lassen, die Seiden-raupen mit gedörrten Blättern zu ernähren. Ein Nä-heres hierüber, steht noch zu erwarten.

Von denEyern des Seidenspinners, de-ren Entwicklung und Geburt der Raupen.Bei dem Seidenbau sind das Wichtigste die Seiden-spinner-Eyer auch Grains, Samen genannt,die man früher, auch mitunter noch jetzt, aus Italien,Frankreich und der Schweitz kommen ließ. Daß dieSeidenraupenzucht früher so oft mißlang/ will man denaus den südlichen Ländern verschriebenen Eyern zu-schreiben, indem man nur diejenigen Eyer von dort auserhielt, die keine sonderliche Erndte versprachen, die an-scheinend besseren wurden im Lande behalten; auch willman die Bemerkung gemacht haben, daß die aus Ita-lienischen und Französischen Eyern gezogenen Raupennicht so gut gedeihen, welches man der Veränderungdes Klimas zuschreibt. Daß das hier Gesagte wohlnicht immer zutrifft, haben neuere Versuche bewiesen;