Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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146 Seide und Seidenbau.

mit unverfälschtem, leichtem Weißemoder rothem Weinesehr behutsam durch, damit sie recht rein werden, undsich völlig von einander trennen, worauf man das Was-ser oder den Wein abgießt, die Eyer abtropfen läßt undsie auf Leinwand oder Löschpapier an der Luft trocknet,aber nicht durch Ofen- 'oder andere Wärme, welchesLetztere höchst nachtheilig auf sie wirken würde. Nachzwei Tagen werden die Eyer, besonders wenn man dieVorsicht braucht, die Leinwand oder das Löschpapier,auf welchem sie sich befinden, von Zeit zu Zeit aufeinen andern trocknen Ort zu legen, völlig trocken seyn,worauf man sie weiter auf die oben angeführte Art zurBrüt vorbereitet.

Das Ausbrüten der Seidenraupeneyer geschieht beiuns, so wie auch in den warmen Klimaten, von woaus der Seidenspinner zu uns gekommen, in den Hau-fern; denn die Zucht im Freien findet jetzt selbst inChina nur noch in einzelnen Provinzen Statt, weildurch dieselbe viele Seide verloren geht. Auch inOesterreich hatte man angefangen den Seidenbau imBanat rc. im Freien einzuführen; allein der Erfolg hatden Erwartungen nicht entsprochen, und so bewährtsich die Zucht im Hause, als die beste. Man soll sichzuerst die Wärme des gährenden Mistes zur Ausbeu-tung der Seidenraupeneyer bedient haben, wenigstenssind die. zuerst aus Indien nach Griechenland gebrach-ten Eyer auf diese Weise ausgebrütet worden; auchsoll diese Uusbrütungsart lange Zeit in Griechenlandim Gebrauch geblieben seyn; da aber die Wärme desMistes sehr ungleichförmig ist, und es nicht in unsererMacht steht, sie nach dem Bedürfniß zu vermehrenoder zu vermindern, so ist man von dieser Methode zu-rück gekommen. Man wandte hierauf die Wärme desmenschlichen Körpers zum Ausbrüten der Raupeneyeran, welche Methode auch zur Zeit in den meisten Ge-genden Italiens und Frankreichs im Gebrauch geblie-