148 Seide und Seidenbau..
heißt, weder an den Seiten, noch an den Boden sto-ßen. Der Henkel oder Bügel schützt von oben, daßnichts, was man darauf Leckt, die Eyerbeutelchen be-rühren kann. Diese Körbchen werden nun von derdas Brutgeschäft besorgenden Person mit ins Bett ge-nommen, der Lange nach an ihren Körper gestellt, WonZeit zu Zeit herumgedreht, damit alle Theile eine gleich-förmige Wärme erhalten. Man öffnet auch bisweilendie Beutelchen, damit die sich in denselben ansammelndeAusdünstungen entweichen und die Eyer frische Luftbekommen. Am Morgen, beim Aufstehen, stellt sieLas Körbchen auf den Platz, wo sie lag, lüftet das Bettetwas, wenn es ihr zu warm beucht, und deckt dasKörbchen dann mit der Decke zu. Nach drei Stunden,während welcher Zeit sich das Bett so abgekühlt hat,daß die Wärme desselben nicht mehr auf die Eyer wir-ken kann, legt sich die Person wieder in'ö Bett undbleibt ungefähr drei Stunden darin, und so geht esfort bis die Raupen an auszukriechen anfangen. AmTage kann man ein kleines Kind, einen Hund odereine Katze in das Bett legen oder die thierische Wärmedurch eine Wärmflasche oder einen in Leinwand gewik-kelten erwärmten Dachstein rc. ersetzen. Man muß be-sonders in den letzten Tagen die Eyerbeutelchen mehr-mals lüften und nach den Eyerchen sehen. Auch dieseMethode soll, wie die erste, sehr umständlich und müh-sam seyn; dessen ungeachtet ist sie Loch in den Seven-nen noch fast allgemein im Gebrauch, es geht daselbstso weit, daß es Personen giebt, die wegen ihrer beson-deren Kunst in diesem Geschäfte sich so berühmt gemachthaben, daß sie das Brutgeschäft gewöhnlich für mehrereiDeidenbauer besorgen, und sich dadurch ein Ansehnli-ches verdienen. Außer der Umständlichkeit und Müh-seligkeit dieser letztem Methode, kann es auch noch sehroft geschehen, daß durch eine starke Körperauödünstungdie aus den Eyern gekrochenen Räupchen vernichtet